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 Death Note - Spiel, Satz und Kuriositäten.

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Damonik
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BeitragThema: Re: Death Note - Spiel, Satz und Kuriositäten.   Mi Jul 31, 2013 2:53 pm

Robin war mit Arik am Flughafen, um die Air- One S zu inspizieren und die Möglichkeiten auszuloten, einen Gefangen - Transport mit dieser Maschine in die Realität umzusetzen.
Rester war in der Küche mit dem zusammenstellen örtlicher Vermessungskarten, Haushaltsplanung und einer zermürbenden Rede - Vorbereitung beschäftigt. In zwei Tagen war Stichtag. Gouverneur Lavington war bereit ihn zu empfangen. Auf Druck unter der Flagge; Nationale Sicherheit und der eindringlichen Bitte des Schweigens, unter dem Siegel des ICR, deren tatsächliche Existenz von Bill Anton bestätigt wurde. Bill war nicht nur ehemaliger Kollege, er war First Agent, oberster Rang und hatte einen Ex - Kollegen in der Sicherheitsabteilung, der ihm noch einen Gefallen schuldete.
Während Marina wie ein Torpedo durch die Gegend schoss, um das Abendessen zu richten und nebenher die Schüsseln voller Äpfel zu entfernen, von unten, nach oben. Auf seine eigene Anweisung aß das Personal in den Nächsten Tagen in der Küche und Near mit ihm und Gevanni im Wintergarten.
Heimlich durchforstete Rester das Internet, nach einer geeigneten Kirche und dem örtlichen Gemeinde - Reverend. Nach Kreide, Salz und transportierbaren in Kupfer gerahmte grosse Spiegel. Nach einem Seil aus Polyethylen, Handschellen und Fußfesseln, einer eisernen Maske, einem Elektroschocker und einer Augenbinde, online und anonym über einen Sexshop. Nach Overalls und Uniformem, die Maßgeschneidert und ins Hotel geliefert werden mussten. Er erkundigte sich nach einem Krankenwagen, der ihnen rund um die Uhr verdeckt folgen musste, einem Detailgetreuen Nachbau eines Häftlings - Transporters und musste mit Roger dann noch einige Details besprechen, um Ori auf Abruf zu bringen und Nears Anweisungen zu befolgen.
Ziemlich viel Arbeit, doch das bestätigte und fundierte nur noch mehr Resters Beschluss. Er tat das richtige und wollte nie wieder etwas anderes tun. Near war tatsächlich vorbereitet, in diesen paar Tagen nur, auf wirklich alles gefasst. Enorm strategisch konsequent, taktisch zielorientiert und zu seinem eigenen Erstaunen völlig irrational zweckgerichtet, dass ihm erst hierbei wirklich bewusst wurde, wie viel Vertrauen ihm Near entgegenbrachte und sein Stolz anschwoll wie das Herz einer Mutter, deren Kind die ersten Schritte wagte.
In einem kurzen Moment der Ruhe lehnte er sich zurück, genoss eine heisse Tasse Schwarztee, dachte an Ls Lebensmotto und hatte auch ohne ihn je kennengelernt zu haben die absolute Hochachtung. Vor diesen ominösen Mister X, der jetzt gar nicht mehr so namenlos und vor allem gesichtslos war.
Eine schwere Frage, die er sich stellen musste und eine genauso leichte Antwort, nachdem er gründlich darüber nachgedacht hatte, was er über diesen Mann eigentlich doch wusste und mittlerweile dank Marina erfahren durfte.
Für Marina war er fast heilig und immer noch…hier. Genauso wie 'il Santo' Mihael, den sie nicht weniger in den Himmel hob und vor Verzückung an ihn erinnert in den höchsten Klängen schrille Töne sang. Ein fast mokanter Gedanke, sich einen anständig benehmenden und freundlichen Mello ohne tödlichen Ausdruck und Waffe vorzustellen. Mello gefiel ihr nicht, es waren Mihael und Gabriel, Punkt.
Kurios.
L. Lawliet war die personifizierte Gerechtigkeit. Sehr engagiert und ausserordentlich…sonderbar. Er schlief kaum, trank keinen Alkohol und aß nichts, was nicht mindestens zur Hälfte aus Zucker bestand. Und er versprach Hoffnung, an die er sich klammern durfte, denn Nears Ziel war es, genau danach zu leben. Im Stillen dankte er Mello, für seine aufopfernden Taten, die Nathaniel überhaupt eine Chance gaben, zu leben.
Ein wenig Zwiegestalten blieb es, was Gabriel betraf, doch das war das Mindeste, was er für Mello tun konnte und er fand, er was es ihm schuldig.
„Gabrrrriääääl.“, ahmte er kopfschüttelnd leise Marinas Aussprache nach. /Rrrr…das wird mich noch Albträume kosten./ Nur über Watari wollte sie nichts erzählen, er war... /Eine gute Maaann./ Immerhin.
Er musste dennoch leise lachen, weil er ahnte, was in seinem Büro möglicherweise gerade los sein könnte. Near gab ihm den Order, für ein paar fiese kleine Streiche, die er doch gerne für ihn erledigte und die Erlaubnis, Gabriels Trieben freien Lauf zu lassen, weil er sonst Gefahr lief, zur falschen Zeit am falschen Ort die Beherrschung zu verlieren. Aber er besann sich sofort, setzte sich ordentlich gerade und arbeitete seine Krawatte zurecht zupfend weiter, als er Marina mit einem Bastkorb auf störrischen Rädern voller Äpfel leise meckern hörte.
Kein Wort, zu niemandem. Vor allem aber und erst recht nicht, unter keinen Umständen ein Sterbenswörtchen zu Gevanni.
Beherrschung.

Jener Gevanni, der seit geschlagenen drei Stunden mit dieser Ernüchterung umzugehen versuchte, kaum noch Sitzfleisch hatte und den Shinigami, der wirr zuckend zwischen ihnen stand, ihm die Sicht auf diesen…er fand nicht mal die richten Worte dafür… /Gemeingefährlich? Ganz besonders. Kratzbürste!/, maulte er innerlich, fast vollständig verdeckte. Wie konnte ein sprichwörtliches Kind innerhalb von Sekunden älter wirken, als er tatsächlich war?
Er raufte sich vor unterdrückter Tobsucht verhalten die Haare, weil er sich aufführte wie ein Idiot. Solch ein benehmen stand ihm gar nicht zu und sah ihm noch nicht mal ähnlich.
„Hä? Was’n mi…mit dir los? Du s…siehst aus w..wie frisch geknallt.“
Bei diesem nüchternen Spruch von Ryuk erstarrte Gevanni postum.
„Sollte das vielleicht witzig sein?!“, blaffte er zurück und riss sich zusammen. Sein Hemd war halb offen, die Krawatte locker und er hatte die Schuhe ausgezogen. Wie der Stand seiner Frisur war, wollte er lieber gar nicht erst wissen. Stattdessen gab er vor, sich hochkonzentriert den Lebensläufen wildfremder Menschen zu widmen, auch wenn er es vollkommen sinnlos fand. Noch einen Dämpfer wollte er sich nicht einfangen.
Doch als Near plötzlich aufstand und er im Augenwinkel leichte Bewegungen wahr nahm, donnerte es gegen seine Brust. Die ganze Zeit über hatte er nur einen Rücken im Blick und konnte leises werkeln hören. Vereinzelt hatte er sporadische Sätze mit dem Shinigami gewechselt und ihm die Äpfel wieder entzogen, gleichsam mit dem Angebot, zur Essenszeit wieder welche zu bekommen, wenn er das dann draussen tun würde, solange sie selber am Esstisch saßen. Er hielt diesen Shinigami wie einen dressierten Hund, dass war der Beste vergleich, doch jetzt kam Bewegung rein. Viel zu früh.
Gevanni schluckte, er benahm sich nicht nur unqualifiziert, er sah mittlerweile auch so aus.
„Wir werden eine Pause machen.“

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Damonik
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BeitragThema: Re: Death Note - Spiel, Satz und Kuriositäten.   Mi Jul 31, 2013 2:53 pm

Auf Gevannis Laptop liefen Stammbaumanalysen. Zuletzt über eine Familienverbindung namens Russo - Romina. Das zog sich und brachte keinerlei spannender Ergebnisse, aber für Personen, die miteinander in direkter Verbindung standen und die ein oder mehrere Kinder hatten, war diese Art von Auswertung bestens geeignet. Obwohl die in der Regel für Untersuchungen innerhalb einer Familie, um Rückschlüsse durch gewisse Merkmale auf Vererbungskrankheiten und dergleichen ziehen zu können, genutzt wurde.
Da war noch nicht mal der Ansatz, wonach er eigentlich suchen sollte. Nach welcher Verbindung? Er konnte sich auch nicht mehr mit Gabriel kurzschliessen, Near hatte es untersagt und das Headset einkassiert.
Wie in der Schule; „Wenn du fertig bist, kannst du's dir später wieder holen.“ Skurril.
Er schien ein echtes Problem mit Gabriel zu haben, dafür umso weniger mit Ryuk, mit dem er im Gegensatz zu seinen eigenen Leuten, während Gevanni in seine Schuhe schlüpfte, mal wieder ein paar spontane Sätze wechselte.
„Ryuk, wenn du kannst, antworte mir. Ein Shinigami besitzt ein persönliches Death Note. Ist das richtig?“
„Ja, stimmt. Ist sozusagen eine Versicherung. Warum willst du das wissen?“
Near war etwas erschöpft, die Medizin zerrte an seinen Nerven, sobald sie nachliess, wurde er müde. Der Wirkstoff forderte ein sonst von ihm weitgehend ungenutztes Areal in seinem Gehirn und es war immer schwerer, sich dagegen zu wehren.
„Ich will wissen, warum du hinter Yagamis Death Note her bist. Wenn es nicht deines ist, gehört es einem anderen Shinigami. Soweit mir bekannt ist, vergehen maximal neununddreissig Tage, bis ein Shinigami sichtbar wird. Da wir dieses Notizbuch seit mehr als vierzig Tagen haben und du der einzige Shinigami bist, der sich zeigt, hast du es entweder gestohlen oder der ursprüngliche Besitzer existiert nicht mehr.“
Das war riskant, Near wusste, Ryuk konnte und würde auch dann, wenn er an keine Regeln gebunden wäre, nicht auf alles antworten und die Ehrlichkeit des Shinigamis war immer anzuzweifeln. Aber er musste sicher gehen, ein weiterer Shinigami würde seine Berechnungen zunichte machen. Er müsste neu anfangen und die Zeit lief davon.
„…Woher willst du wissen, dass es nicht meines ist? Ich könnte ein Ersatz haben.“
Near zwirbelte seine Haare und wusste schon jetzt, dass er recht hatte.
„Wenn das so ist, sollte es keine Rolle spielen, mit welchem Daeth Note du einen Menschen tötest. Ich schlage dir daher einen weiteren Handel vor, Shinigami. Gib mir Deines, welches du nicht ablegst und dein Zeichen trägt. Ich gebe dir dafür Light Yagamis Notizbuch.“
„Khähähä…das kann ich nicht machen, dürfen wir nicht. Hey, was für'n Zeichen denn?“
Shinigamis waren definitiv ungebildete Idioten. Ryuk gab sich noch nicht mal die Mühe so zu tun, als müsse er überlegen. Trotz seiner wirschen Zuckungen und dem Gestotter, dass ziemlich rasch nachliess, sah er noch nicht einmal an sich herunter.
„Wie alt bist du, Ryuk?“
„Hä? …Äh, weiss ich nicht.“ Regelrecht verlegen kratzte sich Ryuk am Kopf und zog die Schultern hoch. „Hab’s noch nie gezählt. Ein Shinigami ist unsterblich. Menschen können mich nicht töten, warum sollte ich mir darüber einen Kopf machen?“
Neben dem Totenkopf auf seinem persönlichen Death Note, der Ruhm symbolisierte, trug Ryuk das Zeichen des Totenkranzes als Gürtelschnalle, die Unsichtbarkeit symbolisierte und korrekt gedeutet für Blindheit stand. Ein Shinigami hatte keine Erinnerung an den eigenen tot, folglich auch keine Erklärung für ihre eigentliche Existenz. Aber das war vorerst genug, auf dieses Tauschgeschäft konnte sich Ryuk nicht einlassen und es war zumindest ein Indiz darauf, dass es unter Shinigamis womöglich eine Hierarchie, eine Rangfolge gab.
„Gevanni, Pause.“
Gevanni war so mit sich und den letzen erdrückenden Ereignissen beschäftigt, dass das, was vor seinen Augen geschah nur schwammig vorbei rauschte. Allem voran ein abnormal naives; Er mag mich, er mag mich nicht Duell.
Kindisch.
Als er aufblickte, sah er einem gewohnt monoton dreinblickendem Near entgegen. Kleine Fältchen zeichneten sich unter seinen Augen ab. Das war ja ganz neu, seit wann liess er so offenkundig zu, dass man ihm seine körperliche Verfassung ansehen konnte? Er war eindeutig erschöpft.
Doch als sich Near abwandte um in seine Schuhe zu schlüpfen, sah er die ansehnliche Startrampe aus Plastikresten und stabilen Kartonstücken. Einer darauf positionierten, nummerierten kleinen Flotte Kampfjets. Die Jäger, bestückt mit improvisierten Darfpfeil - Geschossen, die unter anwachsenden Würfelgebilden positioniert waren. Automatisch verfiel er in Schockstarre.
Aus Near, dem gejagten, wurde Near; Der Jäger. Die Nummerierung der Kampfjets ergab 1084, er hatte es sofort erkannt.
/Carigan! Ich hatte also recht./ „Natürlich Near. Nur einen Augenblick noch, bitte.“
Nate Rivers Geburts - Registrierungsnummer war auch das Aufnahmedatum von Nummer Eins am Feynman - Institut für Nanotechnologie in Northumberland. Nathaniel Hagert.
Wie hiess der Registrar noch gleich? In Windeseile setzte er sich gerade und startete den Suchlauf nach Scott Shepard in der Kartei des Beamtenverzeichnisses von Australien und fragte sich nebenbei, wie er das noch wissen konnte. Rester hatte ihm die Schriftstücke zwar gezeigt, aber er überflog sie eigentlich nur.
Und als wäre die Zeit stehen geblieben, lief in Gevanni in Sekundenschnelle der ganze komplizierte Wisch Revue. „…Er ist gefährlich. Wenn sich eine Komponente verschiebt...eine Person…fängt er an zu löschen.“ Ob sich diese Pfeile mit genügend Wucht..? /Mit allem, dass er in die Finger bekam.../ Wären das keine Dart - Pfeile, sondern Messer, oder auch nur wirklich spitze oder scharfe Gegenstände... /Oh ja, das macht ihn gefährlich./ Er schluckte, allmählich bekam er eine Ahnung, warum Near isoliert war und er nur einen Pfleger hatte, wenn er die anderen mit solchen Mitteln vergrault haben könnte. Da wollte man gar nicht wissen, was er noch so alles aus dem Stehgreif improvisieren konnte.
Auszeit, Gevannis Finger blieb hängen, auf der gedrückten Befehlstaste. Wieso nahm er Dart - Pfeile? Doch nicht etwa wegen…weil…?
Sein Hirn nahm nichts mehr auf und auf seiner Stirn prangerte in grossen roten Leuchtbuchstaben; Tilt.
Near beobachtete Gevanni sehr genau und durch unverständliche ihm widersprüchliche Empfindungen verfinsterte sich sein Blick sofort.
„Gevanni, ich kann und werde dir nichts tun. Misch dich nur nicht mehr ein und mach, was ich sage! Wir gehen!“
„..Haa?….“ /Wie?/ Aber stehenden Fußes kam Gevanni diesem Geheiss nach.

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Damonik
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BeitragThema: Re: Death Note - Spiel, Satz und Kuriositäten.   Mi Jul 31, 2013 2:53 pm

Um nach einer halben Stunde und ohne die Umgebung wirklich aufzunehmen, neben Near herzulaufen. Er trug neuerdings Turnschuhe, Jeans und ein langärmeliges weisses Sweatshirt. Inklusive quietschbunter Mütze, die seine Haare halbwegs verdeckten. Unter dieser enorm farbigen Kopfbedeckung wirkten seine Haare allerdings eher Platinblond. Wie gefärbt. Gemächlich und selbstredend in Begleitung des Shinigamis.
Near war nie in Eile und hatte immer die Ruhe weg. Reine Gewohnheit.
Wäre es wie bei Kira und Kira zwei, würde man auch jetzt nicht erkennen können, zu wem der Shinigami gehörte. Was sogar der Wahrheit entsprach, irgendwie. Vielleicht sollte man gar nicht erst versuchen zu glauben, ein Near würde irgendetwas tun, dass nicht von vorn bis hinten durchgeplant war? Pure Berechnung.
In Gedanken versunken war ihm nicht mal bewusst, dass sie ein völlig normales Bild abgaben. Wie Geschwister oder Bekannte. Normal gekleidet, abgesehen von seinen eigenen, mittlerweile zu langen Haaren, die dieses Mal nicht verstrubbelt waren, sondern aalglatt, samt strähnigem Pony herunter hingen, als wären sie auf einem gemütlichen Spaziergang. Die frische Luft, die kühle Brise und die sich anbahnende Dämmerung war so wohltuend, dass er das einerseits genoss.
Andererseits aber auch nicht. Der offene, fast fröhliche Ausdruck, der sich im Bruchteil einer Sekunde von erschreckendem Entsetzen zum altbekannt ermahnenden Blick verwandelte war erniedrigend. „Was glaubst du, was du da tust?! Du Idiot! Du wirst nicht für’s spielen bezahlt. Geh an die Arbeit!“ Die brodelnde Wut, die er ganz plötzlich verspürt hatte und die genauso schnell wieder verflog. Er kann und wird ihm nichts tun? Warum nicht?
Der Schlüsselbund, der leise in seiner Hand klimperte, dass Geräusch des sandigen Kiesels unter ihren Füßen übertönte fast den fröhlichen Abendgesang zwitschernder Vögel. Wusste Near denn nicht, wie er sich benommen hatte?
Ein aufreibend, theatralisch nervlicher Ringkampf, den er seit Stunden mit sich führte und Verwirrung; Er wird sterben.
Ob mit, oder ohne Death Note. Schloss sich Gabriel deswegen an? Weil Mello ihn nicht sterben lassen wollte? Und Mello tat alles, um es Near so schwer wie irgend möglich zu machen, ausser ihn zu töten. Die Chance hatte er, sogar mehrmals.
Verstohlen blickte er neben sich, um im Augenwinkel einen Blick auf seine sonderbare Begleitung zu werfen. /Er ist ganz schön gewachsen./ Near ragte ihm mittlerweile über die Schulter. Fiel das deshalb nicht so wirklich auf, weil er sonst auf dem Boden saß?
Trotzdem sah er sich immer wieder um. Bäume, Büsche und kleine mit Blumen bewachsene Wiesenhügel umgaben den Weg, auf dem sie gingen. Es war nicht wirklich schwer ihnen zu folgen und sie zu beobachten. Während Near stur geradeaus sah.
Nebenher führte er „Jo..Wanne“. /Er mag mich./ „Jojo“. Supercomputer, - „Er mag sie, er versteht es nur nicht.“ /Er mag mich nicht./ Und Mensch - Roboter - Vergleichs - Spielchen. Er war zerfahren. Konfus und hatte echte Mühe, aufmerksam zu sein.
Totenstille und die Erinnerung an ein Bild, dass sich wie ein Tattoo in seinen Kopf gebrannt hatte liess ihn einfach nicht mehr los.
Das offene Grab. Near, stehend auf einem Sargdeckel. Auf Mello. Das Foto. ‚Dear Mello’. Das entsichern der Pistole in Mellos ledergewundenen Hand. Eine drohendes Unheil, in diesen harten, markanten Gesichtszügen und bei jeder Erinnerung daran stellten sich Gevanni die Nackenhaare. Diese Mischung aus überlegener Gelassenheit und heimtückischer Ausstrahlung, wie ein drohendes Omen. „… Mehr kann und werde ich dir nicht verraten. …Wir seh'n uns…“
Doch nichts davon war in diesem Moment von belang. Alles war er wollte und wie eine Beschwörungsformel gedanklich bis zum stummen Aufschrei gebettelt hatte; Geh nicht.
Diese Augen, so hell, wie das Mondlicht, dass sich auf seinem Haar zum bläulich silbrigen schimmern brach. Near war am leuchten wie der Sandmann aus den Märchen seiner eigenen Kindheitstage und er wusste absolut nicht, ob er das nur geträumt hatte.
Chromasie? Eine optische Täuschung? Auf Grund widriger und aussergewöhnlicher Umstände. Wenn nicht, wurde er womöglich allmählich Irre.
Eine Hand, die sich ihm entgegen gestreckt hatte und die federleichten, kaum hörbaren Worte; „Hilf mir.“, die ihn bis ins Mark erschütterten. Er war widerstandslos und kein Gewicht, dass er dafür großartig Kraft gebraucht hätte.
Geh nicht?! Wie kam er auf solchen Unsinn?
Grotesk und unheimlich. Sowas von Idiotisch und lächerlich. Und sie waren schon wieder auf dem Friedhof. Eine seltsame Pause und noch irritierender, dass er ohne Rester oder Gabriel das Haus verlassen durfte, sollte. Musste, weil Near es so wollte.
„Near, ist es nicht zu gewagt, ohne ausreichend Schutz unterwegs zu sein?“
Es war zu gefährlich, in dieser fast einsamen Gegend und war man ihnen nicht schon auf der Spur? Er hatte auch noch die Anweisung; Keine Waffe, auch kein Handy, lediglich den Schlüsselbund und den kleinen Sack Salz, den ihm Rester noch gegeben hatte an sich zu haben. Er verstand es immer noch nicht. Wie sollte er Near beschützen und sich wehren, wenn es brenzlig werden würde?
„Wenn ich nicht auf dich aufpassen müsste, wäre ich alleine gegangen. Es sollte aber nicht ersichtlich sein, wer ich bin und eine Horde Dummköpfe um mich zu scharren, wäre so auffällig wie fliegende Elefanten. Wir statten Mello nur einen Besuch ab. Ich muss mich vergewissern, dass er noch dort ist.“
Gevanni öffnete den Mund, nur um ihn direkt wieder zu schliessen und Near stumm anzustarren. Irgendwie klang das gerade nach Rollentausch. War da nicht was verkehrt?
Was sonst unter seiner weiten weissen Kleidung nicht zu erkennen war, kam in Alltagsklamotte nur umso deutlicher zum Vorschein. /Er ist so dünn./ Near war nichts als Haut und Knochen. Und seiner Laune nach hätte Gevanni geschworen, dass er immer kühler wurde, je näher sie den Gräbern kamen. Nicht, dass er auf der kurzen Fahrt auch nur ein Wort mit ihm gewechselt hätte. Er besah sich die vorbei jagende Landschaft, wie immer. Mit angezogenem Bein und drumherum geschlungenen Armen.
Fragen hatte nur leider immer den bitteren Nachgeschmack, sich absolut dumm zu fühlen, aber das konnte er doch so nicht stehen lassen. Das war irrsinnig.

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BeitragThema: Re: Death Note - Spiel, Satz und Kuriositäten.   Mi Jul 31, 2013 2:54 pm

Dieses zähe Zeug, dass er schlucken musste, veränderte ihn so stark, dass es Gevanni auf eine eventuell noch nachhaltige Wirkung schob. Vielleicht fing das auch erst an, richtig zu wirken.
Vom Parkplatz aus war es noch ein gutes Stück zu laufen und die ersten Gräber erreicht, verlief der Weg zu Mellos und Matts Gräbern geradewegs durch mehrere Friedhofsbereiche. Die Kapelle war schon zu sehen, aber Near ging nie, absolut nie vor die Tür, wenn er nicht situationsbedingt dazu gezwungen wurde. Und alles was Near dabei hatte, war ein Strauss Gartenblumen und einen kleinen Roboter unter den Arm geklemmt. Der Roboter, der sonst auf seinem Kissen saß und irrsinnigerweise an einen Wächter über Ls Tagebuch erinnern wollte. Obwohl das gar nicht mal so falsch sein könnte. Was stand da eigentlich drin?
„Wo sollte er denn hin? Near, Mello ist...“ Fast hätte er sich an den Kopf gelangt, als ihm klar wurde, was er gerade unüberlegt ausgesprochen hatte. „Entschuldigung, kommt nicht wieder vor.“
Er schnaufte leise und stellte sich auf eine ordentliche Zurechtweisung ein. Doch die kam nicht.
„Die Grenzen zwischen Leben und Tot sind schmal, Gevanni. Wir sehen nur eine Perspektive. Ich will sicher gehen, dass er noch dort ist und keinen Unsinn anstellt.“
/Was? Oh je./ Das förderte leider den Eindruck, als hätte Near tatsächlich Mühe, Mellos tot zu akzeptieren und loszulassen. Aber...
Mellos Death Note. Wo war das? In dem Notizbuch, dass im Safe lag, stand kein L und L war der volle Name. /Müsste er da nicht drin stehen, wenn Light Yagami sein Mörder ist?/ Herrgott, war er durcheinander.
Gevannis griff um das Säckchen Salz wurde fester und die Schlüssel drückten sich fast schmerzlich in seine Handfläche. Er biss die Zähne zusammen. /Wieso wühlt mich das eigentlich so auf? Ich arbeite seit vier Jahren für ihn und bis jetzt war mir das doch auch egal./ Das war nunmal Berufsrisiko, dass sie alle eingegangen waren. Trotzdem wollte sich seine Konzentration strikt weigern.
„Gevanni?! Hör auf.“
Womit denn? Er fand nur einfach keine Erklärung dafür und musste sich wirklich zusammenreissen. Bring das doch mal alles auf einen Nenner.
Near sah über seine Schulter und wie erwartet hatte Gevanni Ryuks volle Aufmerksamkeit.
„Jojo.“ /Natürlich./ Er war oftmals genauso weit weg, wie er eine geradezu magnetische Anziehung hatte. Nicht wirklich ungewöhnlich, für aussergewöhnliche Menschen. Das war nicht Near, dass war Nate und er wurde das Gefühl nicht los, dass er ihm irgendwas sagen wollte.
Aber was?
Death Note. Mello. Hatte Mello auch so einen Einfluss auf den Shinigami? Er sollte einfach mal unverhofft fragen. Was konnte Gabriel schon gross tun, ausser ihm keine Antworten zu geben? Äpfel kamen nicht in Frage, davon hatte Ryuk schon mehr als genug. Dank Nears hinterlistiger Tricks konnte er darauf nicht zurückgreifen. Es gab aber noch eine Möglichkeit.
Ansu Batiste und überhaupt ihre verquere Situation, in der sie sich befanden. L und B, Buchstabensuppe. Da war kein Platz für wildfremde Leute und irgendwelche Lebensläufe.
Nears Blick verfinsterte sich rapide, als er bemerkte, wie Gevannis Schritte fester, stolzer wurden.
In diesem Moment fühlte sich Gevanni beinahe überlegen. Er hatte doch den selben Anspruch auf das Death Note. Dann bräuchte er keine Äpfel und der Shinigami müsste ihm antworten. Wenn er es dafür benutzen würde, sobald er die Gesichter kennen würde, wäre das kein Verlust. Kein Verbrechen. Im Gegenteil, er würde Menschenleben retten. Near retten. Aber wäre er bereit soweit zu gehen?
Verächtliches schnauben. Noch nicht, zu früh.
„Äh?“
Near blieb abrupt stehen.
„Stephen Gevanni!“
Near wurde stinksauer und ziemlich laut. Mit geballten Fäusten schrie er Gevanni regelrecht an. Doch das zeigte Wirkung. Erschrocken blieb Gevanni stehen. Hatte er ihn gerade beim vollem Namen genannt?
„Ganz schön gewagt hä? Hör mal, du wolltest doch wissen, wenn du verfolgt wirst. Da schleicht euch jemand nach.“
Ooha. Jetzt war es raus und er würde wahrscheinlich auf der Stelle tot umfallen, wenn Blicke töten könnten. Gott sei Dank hatte er einen Grund, nicht hinsehen zu müssen. Aber was jetzt?
„Wenn das so ist; Trag mich und entschuldige dich.“, wisperte Near.
/Bitte?/ Geschockt fing er sich eben diesen bitterbösen Anblick doch ein. Unfähig zu reagieren und ahnungslos, was er tun sollte.
„Ich sagte; Trag mich und entschuldige dich. Hörbar!“
Gevanni schluckte hart. Er hatte nur die Möglichkeit, auf Near zu hören. Er konnte ihn nicht einfach stehen lassen und sich umsehen. Und wenn er sich jetzt mit Near verstecken würde, brachte das auch nichts, sie wurden schon beobachtet.
Nervös und angespannt stopfte Gevanni den Schlüsselbund in die Hosentasche und ging auf Near, dessen Mimik sich keinen Deut verändern wollte zu. Das versprach eine saftige Strafe, wenn er ihn nicht nach Hause schicken würde. Er hatte ihn hintergangen, weil er ihm das verschwieg. Das war unverzeihlich. Den reumütigen Ausdruck, den er aufsetzte, war in diesem Fall noch nicht mal gespielt.
„Entschuldigung, Nico. Ich wusste mir dort nicht anders zu helfen.“
Welch Glück, dass ihm nicht einfiel, seinen Namen zu nennen. Im Gegensatz zu Near, der bisher nie seinen Vornamen ausgesprochen hatte. Die einzige Hoffnung die er sich noch erlauben konnte, war die Tatsache, dass es hierbei nicht mehr um Kira und Daeth Notes im eigentlichen Sinne ging.
Huckepack hatte er Near prompt auf dem Rücken. Ein Federgewicht und leider war seine Wut fast zu spüren. Trotz seiner Arme, die sich unglaublich sanft um ihn schlangen und sein Kinn, dass auf seiner Schulter Platz fand. Wirklich spürbar war eigentlich nur der kleine Roboter, den Near zwischen ihnen geparkt hatte. Die Anweisungen folgten sofort.
„Geh weiter. Wenn man uns töten wollte, wären wir es schon. Ich nehme an, wir werden einen weiteren Hinweis finden und man will sicher gehen, dass wir es entdecken. Es sind noch etwa einhundert Meter. Du siehst dich nicht weiter um, es darf nicht den Anschein erwecken, dass wir bescheid wissen. Wenn ich es aber sage, lässt du mich runter und hälst mindestens drei Meter abstand. Egal was passiert, du bleibst stehen. Gevanni, hast du mich verstanden?!“
Statt zu antworten, nickte Gevanni verhalten. Jedes Wort, dass sie laut wechseln würden, wäre zu hören gewesen und wenn ihr Verfolger ein Richtmikrofon dabei hatte, dann war es noch riskanter.
Auf jedes Geräusch und jede Bewegung erpicht, lief Gevanni in normalem Tempo weiter. Und kaum kamen sie den Gräbern näher, flog Ryuk gen Himmel und zog erneut seine Kreise.
/Wie ein Geier./
Oh mann, jetzt war das noch nicht mal unangenehm, diesen Starrkopf zu tragen. Er wog eh schon nichts, war wie immer die Ruhe selbst und hatte sein Kinn gegen seine Stirn getauscht. In dieser ernsten Situation, typisch Near. Aber er war müde, dass war zu sehen und weiss Gott warum, es war erleichternd, wenigstens etwas tun zu können.

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Near; "Wenn man sich geirrt hat, sagt man einfach Entschuldigung."
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