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 Death Note - Spiel, Satz und Kuriositäten.

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Damonik
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BeitragThema: Re: Death Note - Spiel, Satz und Kuriositäten.   Mo Jul 22, 2013 7:27 am

Pandora lehnte an der Wand, unter dem Arm ein schwarzes in Leder gebundenes Buch und genoss beinahe diesen Anblick. Near stand ungerührt, aber sichtbar verblüfft im Türrahmen. Ein seltener Moment, wenn man ihm das ansehen konnte, und wenn er den Hals reckte, war er neugierig.
„Vorab solltest Du wissen; Er war nicht immer ein Süßigkeitennarr und körperlich mal lastenfrei.“
Near liess die Atmosphäre auf sich wirken und war knapp davor, auf dem Absatz kehrt zu machen. Der blutrote Teppichbelag hatte eine einschneidende Wirkung.
Ein schwarzer Ledersessel und statt Material zu seiner Rechten, eine Spiegelwand zu seiner Linken. An der Spiegelfreien Wand lagen verzierte Stöcke in einer dafür vorgesehenen Halterung und ein eingelassener Glasschrank. Leer, doch was sich darin normalerweise befand liess sich nicht leugnen. Er trat ein, schmiss die Tür in die Angeln und widmete sich dem Spiegel. Aber was sich dahinter verbarg konnte er nicht berechnen. Eine Gleichung für deren Lösung seine Wahrscheinlichkeiten gleich Null lagen.
„Dafür bist Du noch nicht bereit Near.“
„Sagt dir das deine weibliche Intuition, oder pseudowissenschaftliche Literaturwerke?“
„Ich schlage vor, du siehst dir das erstmal in Ruhe an.“ Sie zog das Buch hervor und bot es ihm an. „Es obliegt Gabriel zu entscheiden, wann er Dich darüber in Kenntnis setzt.“
Das Büchlein hatte keinen Titel, keine Prägung und war kleiner als ein normales Buch. Pandora sammelte Pluspunkte. Sie war kein Plappermaul und wusste sich an die Regeln zu halten. Er nahm ihr das Buch ab, nur diese Stäbe die sich spiegelten waren irritierend. Hinzu kam der Shinigami, der ungehalten durch die Wände waberte.
„Das sind Waffen. L beherrschte Tatsu Riu. Du könntest es dir zu eigen machen.“
Sicher konnte L sich wehren, doch was er gelernt hatte war nicht zu vergleichen. Er musste das Waisenhaus zu früh verlassen und kam nicht mehr in die Oberstufe, in der das Bestandteil des täglichen Unterrichts gewesen wäre. Er war ohnehin nicht besonders angetan davon, schnalzte herablassend mit der Zunge und warf dem Shinigami einen kurzen Blick zu.
„Ich nehme an, dass würde Deine angespannten Nerven beruhigen. Vergiss es.“
Er konnte sie nicht ausstehen, nicht riechen, aber sie konnte sich beherrschen und er hatte sein Handy, dass ihm Rester bewusst neben seinen Schuhen abgelegt hatte eingesteckt. Sie versuchte erst gar nicht ihm das abzunehmen und liess ihn allein. Es erwies sich als vorteilhaft, dass sie Ryuk nicht sehen konnte, sonst hätte er sich vermutlich auch noch erbärmlich weibisches Gekreische antun müssen.
„Die Kleine hat was für Dich übrig, hä? Thähähä. Was is’n das?“
Uninteressant. Er wusste, sie würde ihn beobachten, aber seine nachvollziehbare Müdigkeit konnte nichts verraten. Es war ihm eigenartig zumute, und Ryuks scheinbar unbändige Neugier wurde immer offensichtlicher.
„Behalte Deine Griffel bei Dir, Shinigami, wenn du nicht wieder hungern willst. Merk’ Dir; Ich warne immer nur ein Mal.“
„Thähähä…’ Menschliches Geplänkel. Was in’n das jetzt?“
Kampfkünste kamen für ihn nicht Frage, und das Gefummel dieser Kreatur an Ls Sachen ging ihm eigenartig streng auf die Nerven. Auge um Auge hob er den Kopf und sah Ryuk ins Gesicht.
„Ich wiederhole mich ungern. Es wäre besser, du erinnerst dich daran.“
Er hatte keine Angst, und es dauerte auch nicht lange, färbten sich die Augen des Shinigamis von sonnengelb zu feuerrot.
„Im Ort findest du vielleicht jemanden, der das erquickend finden könnte, Ryuk. Sicher erheiternd, hier sind die meisten Menschen streng gläubig. Eine Besessener könnte ein Zeichen Gottes sein.“ Der Shinigami konnte nichts erwidern und alleine das war beinahe schon wieder erheiternd. Er löste den Blick und verzeichnete ein erstes sicheres Indiz. „Dachtest du, ich wäre so leicht zu manipulieren wie Light Yagami? Ich frage mich, ob du ein Biest oder eine bemitleidende Kreatur bist. Die Entscheidung fällt mir schwer.“
„Du hast eine ziemlich lose Zunge Kleiner. Das gefällt mir. Die hatte Light auch, besonders was dich anging.“
„Anregend informativ“, erklärte Near völlig eindruckslos. „Wie alt wäre Light Yagami wohl geworden, wenn Du ihn am Leben gelassen hättest? Was könnte es gewesen sein, dass dich dazu veranlasste sein Leben auszulöschen?“
Ruyk trat aus dem Schatten und Near betrachtete immer noch das kleine Tagebuch in seinen Händen. Fuhr den Kanten entlang, liess den Lesebändel anmutig durch seine Finger gleiten und befühlte das Leder. Er sah nicht noch mal auf, denn dieses Buch gewann an Bedeutung, als das er es wagen konnte dem Shinigami erneut in die Augen zu sehen.
„Du hast den Vorteil schon viel zu wissen Kleiner. Auch in der Welt der Shinigamis gibt es Regeln, die ich Dir aber nicht verraten werde.“
„Ach ja, Regeln. Sind die auch falsch? Wie die Tatsache, dass du anscheinend reges Interesse an meinem Notizbuch hast. Einen anderen Grund für deine Anwesenheit kann ich keinen feststellen.“
„Ich bin neugierig. Weiss Du, in der Welt der Shinigamis ist es langweilig. Ihr Menschen sorgt für Unterhaltung. Ausserdem habt ihr leckere Äpfel.“
Mit Buch in der Hand entschloss sich Near dem Raum den Rücken zu kehren und Ryuk folgte ihm. Es trieb ihn und der Teppichboden tat sein Übrigens dazu.
Aber wenn ein Shinigami einen Geschmackssinn hatte, dann hatte er womöglich noch weitere Sinne. Near packte die Gelegenheit beim Schopf, blieb stehen und stoppte den Shinigami auf ungewöhnliche Weise.
„He! Das hab ich nicht so gern", verriet Ryuk und glitt schemenhaft durch Nears Hand, die sich nach hinten ausgestreckt hatte und den Shinigami sichtlich überraschte.
„Bemerkenswert. Du hast ein Gespür. Kannst du noch mehr?“
„Khähä..find’s doch raus, wenn du kannst.“
„Ein andermal, Shinigami. Du bist nicht halb so spannend wie der Dreck unter meinen Fingernägeln.“,lehnte Near flapsig ab und war sich sicher, dass heizte Ryuk genügend ein um ihm weiterhin gehörig auf den Senkel zu gehen.

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Damonik
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BeitragThema: Re: Death Note - Spiel, Satz und Kuriositäten.   Mo Jul 22, 2013 7:28 am

Pandora saß lächelnd in Resters Büro, sah zu und war zufrieden. Der Wirkstoff, der seinem Müsli zugesetzt war, setzte seine Wirkung frei. Sein Zimmer zwischen die seiner Männer zu verlegen war eine gute Idee. Wenn er anfing Unfug zu treiben, musste er dafür nicht unbedingt gleich den Flur unsicher machen.

Wie richtig sie lag, konnte sie stante pede beobachten. Nears Fingerspitzen strichen den Wänden entlang. Er ging Kreise um die Säulen und es dauerte zehn mal so lang wie sonst die Treppe zu erreichen. Er roch an den Blättern den Pflanzen, befühlte sie ausgiebig und riss sie ab.
Das würde noch jede Menge Arbeit bringen. Leider lag es auch an ihr, genau das dem Kommandanten zu erklären. Er hatte mehr Bezug zu Rester und weit mehr für Gevanni übrig als er begreifen konnte. Das war erst der Anfang.
Aber vorerst liess sie ihn in Ruhe, beobachtete, wie er die Treppe nach oben trödelte, eine Locke um seinen Finger wickelte und die letzte Stufe mit einem spritzigen Hopser hinter sich brachte.
Oben angelangt blieb er stehen, sah nach links, nach rechts, zur Decke und wieder zu beiden Seiten.
„Wie neugierig bist du wohl schon“, tuschelte Pandora und war gespannt, ob er gleich das ganze Haus durchforsten musste, oder Mellos hinterlistiger Ansporn ausreichend war.

Near blendete plötzlich alles aus, war mit einem mal extrem hochgestimmt und wusste einen Moment lang nicht mehr wo er war. Bis ihm das Buch aus der Hand fiel.
„L.“
Wieder bei sich, hob er es schleunigst auf, drückte es an sich und ging geradewegs zur mittleren Tür am Ende des rechten Korridors.
In seinem Zimmer sah er sich kurz um, schmiss das Buch auf den Boden und zog eine Kiste voller Spielzeug unter dem Bett hervor. Tanzende Vorhänge wollten ihn doch schon wieder ablenken. Aber bevor er diese langen Dinger in viele kleine Knoten wickelte und er schon die passende Revanche für den Versuch ihn reinzulegen parat hatte, kramte er einen Roboter aus der Kiste, klemmte ihn unter den Arm und schlich sich zur linken Verbindungstür. Öffnete sie einen Spalt und sah Rester schlafen. Sein Anzug lag ordentlich über dem Stuhl, da wollte er absolut nicht rein. Er schloss die Tür und ging zur nächsten. Das war das Badezimmer. Er schaltete das Licht an, liess Roboto hineinsehen und fand es sensationell unspannend. Er schloss die Tür und nahm die nächste. Dahinter lag Gevanni in voller Montur quer über dem Bett.
Die Zimmer waren alle gleich, ihre Bewohner allerdings nicht. Er legte Kopf den schief und sah Gevanni an.  
Was war eigentlich an Light Yagami so interessant, dass ihm dieser Shinigami den Gefallen tat, ihn zu töten, bevor er hingerichtet werden konnte? Noch wichtiger; Was fand L an Light Yagami, dass er ihn in die Ermittlungen mit einbezog, ihn einsperrte um ihn dann trotzdem an sich zu ketten?  L wusste, Yagami war schlau genug, seine Pläne selbst in seiner Anwesenheit zu schmieden und dämlich genug, die auch durchzuziehen. Warum?
„Mello“, flüsterte er, schnappe sich das Buch und krabbelte auf Gevannis Bett. Der schlief so tief, dass er nicht mitbekam, wie Near es sich bäuchlings neben ihm gemütlich machte.

Pandora nahm alles auf, jetzt sollte man ihn dauerhaft beobachten. Auch dann, wenn sie nicht hinsehen konnte. Dafür waren die leeren Kassetten im Regal. Mit der Zeit würde er anfangen das Haus in Aufruhr zu versetzten. Dann wäre es nicht mehr ganz so einfach ihm zu folgen und unter seinen Bauwerken noch zu finden. Er war pfiffig genug sich ganz davon zu machen. Wenn er einen Grund fand sich nach draussen zu begeben. Den gab es und den würde er noch entdecken.

Das Büchlein war ziemlich dick, dass Band mit dem es zusammengebunden war unerträglich lang. Es war umständlich im liegen auszuwickeln und Near traf in seinem Ehrgeiz Gevanni am Kopf.
„Oh…Entschuldigung Gevanni.“ Er gab sich keine Mühe leise zu sein. Der rührte sich auch nicht und schlief wie ein Stein. Von Neugier getrieben näherte er sich Gevannis Gesicht, studierte seine autogenen Muskelbewegungen und prägte sich in Sekundenschnelle alles ein. Er fand es nicht unangenehm, hatte aber keinerlei Gründe sich darüber Gedanken zu machen und widmete sich dem Buch. Es sollte ausreichen sie in die Schranken zu verweisen und ihr etwas zu vorzugaukeln, was ihn nicht im geringsten ergreifen konnte.
Die Zeilen waren in feiner sauberer Schrift verfasst und er war sich im klaren, Melancholie stand ihm zu, wenn er gewusst hätte, wie es sich anfühlt.

Prag.
Montag, 20 September 2001
Seit den verrückten Vorkommnissen in Geneve ist ein Jahr vergangen. Ich hatte beschlossen, die Stadt zu verlassen und mich hier niederzulassen. Meine Leidenschaft für die Detektivarbeit ist ungebrochen, und ich gebe das weniger lukrative Leben wieder auf.
Es gibt acht tote und zwei Vermisste zu verzeichnen - alles Frauen. Ich zögere, mich dem Fall anzunehmen. Die Anzahl der Opfer in nur vier Wochen, und die minderwertige Berichterstattung in der Presse deuten auf schlechten Journalismus, oder verdeckte Ermittlungen.
Watari ist der Meinung, es könnte meinen Horizont erweitern und ich soll alles aufschreiben. Was bedeutet, ich halte ihn mit meinem Kokolores von der Arbeit ab.
Er hat viel zu tun. Schon um mein Leben so sicher und angenehm wie möglich zu gestalten.
Ich bin es ihm schuldig.

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Zuletzt von Damonik am Mo Jul 22, 2013 7:29 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Damonik
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BeitragThema: Re: Death Note - Spiel, Satz und Kuriositäten.   Mo Jul 22, 2013 7:28 am

Dienstag, 21 September 2001
Watari hatte ein Treffen mit Inspektor Brovnik arrangiert, unter der Brücke einer Wäscherei, wo man gleich mehrere Laichen gefunden hatte. Meine Güte, ich wusste doch, dass ich den Namen schon einmal gelesen habe. In einer E-Mail, die mir Jorge geschickt hatte.
'Heldenhafter Polizeibeamter rettet Kinder aus Flammenmeer'. Inspektor Brovnik erhielt einen Orden für besondere Verdienste.
Brovnik ist ein Hasardeur, der höchstens seine Angestellten die Drecksarbeit machen lässt. Seine ganzes Auftreten verrät schon, dass ich ihn auf die Palme bringen werde, um die Tatsachen ans Licht zu bringen. Sein Mantel flatterte im Wind und stand im Kontrast zur Grabesstille im Hintergrund. Sein Gürtel Rot - Die Farbe der Leidenschaft.
Als ich ihn fragte, ob das der Tatort des fünften Opfers wäre, bejahte er dies. Was ungewöhnlich war, laut Presse war es der Fundort der vierten und siebten Leiche. ‚Offiziell, angeblich… er sagte angeblich! Weiss er nicht nicht wer ich bin? Angeblich...hätte ich ihm gerne gegen sein Schienbein getreten und ihn daran erinnert, welchen Job er zu erledigen hatte. Mein gute Kinderstube hinderte mich allerdings daran und ich erkundigte mich nach den zwei angeblich Vermissten Personen.
Jardunija Nanasme und Iridina Pijinova. Beide siebzehn Jahre jung und in diesem Viertel nicht weiter auffällig. Täglich zur selben Zeit standen sie zusammen in der selben Strasse und verkauften sich an immer die selben Männer. Stammkunden.
Ich überlege, ob ich ihn nicht rausschmeissen lassen sollte.
'Sie kennen doch diese Frauen', wollte er mir weiss machen. Kenne ich Frauen? Oft kommen und gehen gehen sie, ohne irgendjemand in Kenntnis zu setzen. Und dann tauchen sie wieder auf, als wären sie nie weg gewesen. Deswegen kümmere er sich gar nicht erst um vermisste.

Seit wir hier sind, bringt mir Wateri täglich einen Stapel Zeitungen. Ich bin davon ausgegangen er will mich beschäftigen. Aber die Handschrift des Mörders ist seltsam bekannt und ich glaube ich weiss jetzt, was er mir sagen will.
Brovnik erklärte mir, dass er sich erst dann darum kümmern würde, wenn die Vermissten in atemlosen Zustand wieder auftauchen würden. Ich riet ihm, sich fremdgehende Ehemänner und dergleichen vorzunehmen. Mir wurde schlecht, als er mich fragte; Wen interessieren schon tote Prostituierte?
Er vergeudete wertvolle Zeit und ich sagte ihm, dass ich mich diesem Fall jetzt erst recht widmen werde.
In der Presse werden ein paar Verdächtige erwähnt. Alles Zuhälter, denen die Mädchen gleichgültig sind und die sie zwingen, für sie zu arbeiten. Sogar dann, wenn ein Mörder frei herumläuft.
Über die Schlepper und regelmässigen Freier wollte mir Brovnik nichts sagen und er riet mir, besser die Finger davon zu lassen.
Ich bin müde.


Near sah auf, rollte sich auf den Rücken, nutzte das Buch als Kopfkissen und führte ein eindringliches Gespräch mit Roboto.
„Neeooowww…..“
Er hob ihn hoch, liess ihn fliegen und setzte ihn auf seinem Bauch ab. Streckte ihm die Arme aus, liess ihn gehen und wieder fliegen.
„Bsssschchch…“
Als sich Gevanni anfing zu bewegen, hielt Near still. Es wäre nicht so gut ihn zu wecken. Fünf Stunden waren noch nicht um, und der Kommandant wäre von seinem momentanen Spielplatz womöglich etwas überrascht. Er rollte sich vorsichtig wieder um, klemmte Roboto unter den Arm und las weiter.

Alle Opfer sind Prostituierte. Malträtiert, gefoltert und von mehreren Schnitten übersaht. Es könnte sein, dass die Schnitte am Hals die Todesursache waren. Den Obduktionsberichten zufolge ist es das. Es waren also nicht die zahlreichen Stiche in der Brust. Die Opfer weisen Narben an Oberarmen und Rücken auf. Die Bäuche wurden aufgeschlitzt, Brandflecke an Beinen und Versen. Folglich spielt der Täter mit seinen auserwählten Opfern. Ich kenne dieses abartige Spiel, es ist mir nur allzu geläufig, und ich weigere mich es zu glauben. Ich muss mir die Laichen und die Tatorte ansehen.
2 Prozent.

Der Gerichtsmediziner ist Jiri Szokic. Ich fragte Watari, ob er ihn kennt und er sagte mir, er wolle mir die Überraschung nicht nehmen. Ich soll mich auf dem Friedhof mit ihm treffen. Wo bin ich hier gelandet?
Die Berichte zeigen, dass die Todesursache durch die Schnitte am Hals verursacht wurden. Die Stichwunden in der Brust wurden vorher hinzugefügt, dafür sprechen die Wunden an den Vorderarmen und im Schulterblattbereich, die daher rühren, dass sich die Opfer gewehrt haben. Was mich stört ist, dass an den Tatorten keine Blutspuren gefunden wurden. Das bedeutet, die Morde wurde nicht dort ausgeführt, wo die Laichen gefunden wurden.
9 Prozent.

Ich bin mir nicht sicher, ob es an reichlich Inkompetenz hapert, oder der Mörder mehrere Komplizen hat. Es wurde keine Spurensuche eingeleitet.
7 Prozent.
Es wird wohl darauf hinauslaufen, dass ich mich im Rotlicht - Milleu mal ein wenig umsehe. Ich würde wetten, der Inspektor hat ein Jahres - Abonnement im Vasno Walli.
Sollte ich aufgeregt sein? Ich bin es nicht. Mein Körper scheint die Motivation dafür nicht aufzubringen.


Near richtete sich etwas auf und überflog die letzten Zeilen noch einmal. L in aller Öffentlichkeit?
Dieses Geschreibsel nahm seine Motivation, darüber auch noch zu lesen geradewegs mit. Er klappte das Buch zu und widmete sich wieder Gevanni, der auf dem Rücken lag, den Mund offen hatte und leise gurgelte.
„Sehr animalisch, Gevanni. Ernsthaft. Es bringt mich dazu, eine Mundharmonika in deinen Rachen schieben zu wollen und  zu flüchten.“
Aus dem leisen gurgeln wurde eine intensiver Schnarcher. Gevanni fuhr sich über den Mund, rollte sich zur Seite und klein Mello lag in missverständlicher Position.
Near schnappte das Buch und stieg vom Bett. Seine Gedanken fingen an zu kreisen, seine Umgebung zu verschwimmen und Gevannis Schnürsenkel wurden so verlockend, dass er die Schuhe zusammen band, er das Zimmer hurtig verliess und die Tür schloss.
„He Kleiner, bist du nicht ein bisschen zu alt für diesen Kram? Übrigens sind hier überall Kameras, khähä. Deine kleine Aktion da drin konnte jeder seh’n.“
Ryuk lag auf seinem Bett und Near stand wie angewurzelt. Er konnte seinen eigenen Herzschlag spüren.
Schlecht für den Shinigami. Er kam zu sich und näherte sich mit finsterem Blick seinem Bett.
„Ich erinnere mich nicht daran, dich eingeladen zu haben."

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Kira_
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BeitragThema: Re: Death Note - Spiel, Satz und Kuriositäten.   Di Jul 23, 2013 5:23 pm

w.o.w OO Ich...bin...verliebt o.o

Schreib unbedingt weiter ich liebe deinen Schreibstil!

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Kisame lebt!  bounce 
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Damonik
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BeitragThema: Re: Death Note - Spiel, Satz und Kuriositäten.   Di Jul 23, 2013 6:50 pm

Und ich bin gerade furchtbar verlegen. Shocked

Damit hätte ich gar nicht gerechnet, umso mehr freue ich mir einen Ast ab. :cheers:  
Die ersten Kaps sind noch etwas arg holprig und hier steht es bis einschliesslich Kapitel 8. Es gibt schon 15 und ich werde sie nach und nach mitbringen.

Vielen vielen lieben Dank, für deine Meinung. Das ist pure Motivation. *Füße knutsch* Very Happy

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Damonik
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BeitragThema: Re: Death Note - Spiel, Satz und Kuriositäten.   Di Jul 23, 2013 6:53 pm

Gevanni stand am Fenster des Salons, der trotz ansehnlicher Einrichtung fabulös klösterlich wirkte und der Garten belebter schien als er sich fühlte. Nachdem er aufgewacht und mit Bravour aus dem Bett gefallen war, was an Peinlichkeit kaum zu überbieten, und der Grund dafür auch noch am Fußende auf dem Boden lag.
Es war Rester, der einen tiefschlafenden Near in sein eigenes Bett trug, während er sich nach dem Aufprall am Nachttisch restlos benebelt den Kopf rieb und festgestellt hatte, dass die Tür sperrangelweit offen stand und seine Schnürsenkel radikal verknotet waren.
„Bewerten sie das nicht, es würde sie nur überfordern", bemerkte Pandora, die unterdessen am Tisch hinter ihm Vermerke nach Resters Hypothese im Vergleich älterer Fälle auf der Suche nach Hinweisen in psychologischen Gutachten markierte. Er sagte nichts, war tadellos durcheinander und wusste überhaupt nicht wohin er das packen sollte. „Gevanni; Was verstehen sie nicht?“
/Alles./ Anthony hörte sich an welche Erklärung sie dazu hatte und kommentierte nichts davon. Er liess sich gerade noch so sagen womit er anfangen musste und ging stur an die Arbeit, um mit Roger, dem Leiter des Waisenhauses zu telefonieren. Near musste ersetzt, und der Nächste auf der Liste losgelassen werden. Kommandant Rester durfte sich jetzt damit rumschlagen, den Adjutanten zu miemen und Near zu vertreten, wann und womit auch immer. Neuerdings hatte er sogar eine Assistentin, die sich nur nicht einmischen durfte. Allenfalls erledigen, was der er ihr auftrug. Er wandte sich um, vielleicht sollte er sich glücklich schätzen, das Near immer noch schlief.
Die Akten, die sie mit nach unten genommen, und strebsam durchsah waren schlichtweg egal, seit sie sich das Band angesehen hatten, dessen Inhalt wie ein Stachel immer tiefer in ihn hinein bohrte und der Shinigami auf der Couch schmatzend einen Apfel verschlang. Gruselig. Jetzt durfte er sich überlegen wie er damit umgehen sollte und dabei einen klaren Kopf bewahren, damit er nicht der Nächste wäre, den Near unerbittlich jagen würde. Er schloss die Augen und könnt nicht fassen was er da gerade dachte. Aber was Near betraf…und so wirklich koscher war sie nicht.
„Wer sind sie wirklich?“
Sie hielt inne. Spätestens dann, wenn sie alles wussten - und Rester hörte zu, er hatte schon Near ihr Gespräch mitverfolgen lassen und es dem Kollegen verschwiegen - würden sie nicht mehr fragen. Gevanni traf häufig den Nagel auf den Kopf, ein Talent, dem er sich selbst gar nicht bewusst war. Sie lehnte sich zurück und griff nach ihrer Tasse.
„..Sagen wir; Ich bin mit ihm aufgewachsen. Ich kenne seine Macken.“
Gevanni wäre Ryuk am liebsten losgeworden, dafür hätte er das Death Note nur zerstören müssen. Aber das war ausgeschlossen, es blieb ihm nichts übrig als zu warten, wenn ihm dabei auch in den Sinn kam, dass das einer von Nears raffinierten kleinen Plänen war um an das zu kommen, was er sich von Gabriel nicht sagen lassen wollte, und in einem Gebäude wie diesem war es unmöglich, auch nur einen Schritt zu tun, ohne das es bemerkt werden konnte.
„Sagen sie; Wem gehört dieses Anwesen? Für diese Anlage braucht es eine Genehmigung.“
Sie befanden sich zwar in Europa und die Gesetzeslage diesbezüglich war ihm nicht geläufig, dennoch war das anbringen von indirekten Waffen wahrscheinlich auch hier nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Gezielt unter Deckenleuchten im Gebäude, als auch das Aussengelände war mit Kanonen bestückt.
„Dieses Anwesen ist auf den Namen Nico DeManicor eingetragen. Ein entfernter Verwandter des verstorbenen Phillipe. Ein erfolgreicher Erfinder, dessen Nachlass stets von Erbe zu Erbe weiterreicht. Er hatte keine Kinder, also hinterliess er das der Familie. Es gibt noch neun weitere, und je nachdem, wo sich Phillipe eine Zeit lang aufhalten musste errichtete er ein für L passendes Heim, wenn man so will“ antwortete Pandora beim durchsehen eines weiteren Befundes.
„Near ist also Nico?!“ Das klang reichlich infantil, unpassend. Er trat einen Schritt vom Fenster weg und schob seine Hände in den Hosentaschen. „War L oft hier?“
„Ja, die Immobilien wurden nach seinen Vorstellungen modernisiert und restauriert. …Das Synonym bleibt, die Namen werden regional bestimmt“, und es war sehr schön noch einmal daran erinnert zu werden, das er mittlerweile erwachsen war. „L war auch unter Ryuga oder Ryusaki aktiv.“
/Das ist bekannt./ Doch Gevanni wollte nicht wissen unter wie vielen Pseudonymen L sonst noch bekannt gewesen sein könnte. „Wozu dieses Sicherheitslevel? Es wusste doch niemand wer er ist.“
„Es ist wichtig, jeder Gefahr vorzubeugen.“
/Wenn du wüsstest./ Wer erst von einem Death Note wusste kam nicht lange drumherum, diesem Shinigami zu begegnen. „Das erklärt die Anlage. Aber Betäubungsgas?“
Sie hielt inne, schluckte und sah ihn an. Da waren keine Anzeichen von Panik oder Fluchtgedanken, dafür einer ganz anderen Facette.
„…Ihnen ist doch bewusst das man Near nicht offensiv angreifen würde. Schon um das nicht publik zu machen“, antwortete sie und widmete sich wieder den Gutachten. „Wenn ich mich recht entsinne, basierte jegliche Observierung der SPK auf Grundlage einer umsetzbaren Gegenwehr. Diese Patronen sind nicht zum Töten gedacht.“
„Nicht? Diese Dinger haben eine unmenschliche Konzentration. Nur eine davon knipst eine Herde Elefanten aus.“
„Korrekt. Es ist das Konzentrat einer Mixtur, weder tödlich, noch hinterlässt es bleibende Schäden. Die Inhaltsstoffe sind exakt dosiert und führen zur Ohnmacht mit folgender Orientierungslosigkeit.“
„…Kein…Gift?“
„Nein, das könnte Near nicht akzeptieren."
Ja das wusste er, trotzdem war es irgendwie extrem auf einer Gasbombe zu sitzen. Würde denn besagter Near, der sich in seinem Bett tummelte und…eine ganz bestimmte Stelle im Visier….das auch ohne Beeinflussung akzeptieren? …Dazu, dass er dem Shinigami, der sich gerade am Kinn kratzte und anscheinend keine Beschäftigung fand angedroht hatte, dass Notizbuch im See zu versenken, sollte der sich wagen aus reinem Spaß sein Leben zu verlängern und einen anderen dafür zu töten. Der Shinigami sich erst schlapp lachte und Near gemeingefährlicher aussah als ein ausbrechender Vulkan. Worüber diese Kreatur sogar irgendwie perplex schien. Das war noch viel übler.
„…Es lässt sich nicht definieren, das ist nicht zu begreifen.“
Gevanni musste fast lachen. „Als wäre Near überhaupt zu begreifen. Das habe ich schon lange aufgegeben.“ Vielleicht hatte eines dieser Dinger ein Leck und er litt unter Halluzinationen. „Seltsamer Tick. Er hat sogar den Spielraum erweitert.“ Das klang bewegter als es sollte, weil Ryuk plötzlich ächzend aufstand, seine wuchtig abstrusen Flügel ausschüttelte und hinter sie trottete.
„Sie wollen wissen warum er das macht.“
Nein, völlig normal, ausgerechnet Near, dem er vorher nie näher kam als einen Telefonhörer an sein Ohr zu halten zum Spießgesellen zu haben. Er war selbstverständlich immer so, sprang lesend durch die Gegend - ein Wunder, dass er nicht verlangte, jede Seite einzuscannen - turnte wie ein Kleinkind über den Boden und verteilte eine ganze Armee Soldaten in ihrem gemeinsamen Schlafzimmer.
„…Sagen sie’s mir.“
Das zu erklären war nicht so leicht, trotzdem das wenig humane, dass positiv gewertet werden konnte. Sie lächelte, strich sich eine verirrte Strähne aus der Stirn und verschränkte ihre Arme auf dem Tisch.
„...Er mag sie, er versteht es nur nicht. Es hat keine konkrete Bedeutung für ihn. Aber wenn er sich bedroht sieht…dann“, und sie griff nach ihrem Stift um damit zu spielen. „…schaltet er seine Emotionen ab, um grundlegend rational zu sein. Daraus ergibt sich völlige Leere, die ihn befähigt das zu tun, was er in seinem Ermessen tun muss.“
Gevanni nickte, auch wenn er es nicht wirklich verstand und setzte sich ihr gegenüber. Um seine spontan weichen Knie zu beruhigen. „Er hat keine Angst.“
„Richtig“, antwortete sie, füllte seine Tasse und spendierte ihm zwei ihrer Süßstoffkapseln. „Nate hat solange keine Angst, wie er sie in den Menschen um sich herum nicht sehen kann. Trinken sie das, es hilft.“
/Ah ja. Kann auf jeden Fall anständige Verwirrung stiften/ Welchen Namen auch immer er jetzt wirklich hatte. Aber wie konnte man jedes Gefühl abschalten? Er rührte in seiner Tasse als gäbe es einen Preis dafür, bis ihm einfiel, dass er auch kein Autist war. Und um die zu verstehen, musste man einer von ihnen sein. Oder mit ihnen arbeiten.
„War das…ich meine, hat…konnte Mello…?“
„Gabriel wird sicher bald hier sein, er kann das beantworten.“
„Ääh?“
Er senkte den Kopf und hielt sich die Stirn. /Freude./ Strukturierte Aufteilung, das war ihm noch geläufig. Wenn sie wüsste, dass diese monströse Kreatur hinter ihr stand...und scheinbar doch nicht alles wusste, denn der schien verwundert, als sie Gabriel erwähnte. Der war grenzdebil ungesittet, und Mello schneidig. Er war nicht mehr als die Silhouette einer Schimäre, der seine Strategien radikal rücksichtslos umsetzte, und generell erst danach auf der Bildfläche erschien. Aber…wenn er darüber nachdachte, schien Mello fast unheimlich unnahbar. Eine Diva mit Stil, wenn auch Mords gefährlich, im wahrsten Sinne der Worte.
Trotz allem hatte Gevanni überhaupt keinen Nerv, sich an diese Akten zu machen und beschloss doch erst etwas zu essen. Sein Magen rebellierte und hungern brachte auch keine Lösung.

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BeitragThema: Re: Death Note - Spiel, Satz und Kuriositäten.   Di Jul 23, 2013 6:53 pm

„…Wozu das…?" Spielzeug klang wirklich dämlich, obwohl es das eigentlich war, und Mittel hatte was von Klebstoffschnüffler, das ging gar nicht. "…Ich komme nicht mal an frische Kleidung, ohne etwas umzuwerfen.“
Ja, Near hatte auch sämtliche Schubläden und Schranktüren geöffnet und zwischen die ganzen Sachen kleine Soldaten in Kampfstellung positioniert. Davon abgesehen hatte er das Büchlein unter dem Kopfkissen versteckt und die Teilchenbox durfte auch gleich mit umziehen. Sein Bad war noch das einzige, was er nicht durchforstet hatte.
Zu allem Überfluss fing sie auch noch an zu lachen. Nett.
„…Erinnern sie sich an das Lernsystem, von dem wir sprachen?“
„Halbwegs.“
Sie schob die Akten fein säuberlich Kante auf Kante, so bedacht wie Near, der meistens auch erst Antwort gab, wenn er bestimmte Handgriffe beendet hatte. Das war vergleichbar schräg.
"…Jedes dieser Teile hat eine Relevanz. Er wertet aus und um integrale Komponente zu markieren, setzt er sie dort ab, wo sich bei jedem Anderen der Merkprozess im Kopf abspielt."
Eine kleine zwanglose Unterhaltung konnte nicht falsch sein und lenkte ihn von anderem ab. Er nahm sich ein Stück Apfelkuchen und ein Stück Melone, zückte Notizblock und Stift und fing an das eigentlich sinnlos aufzuzeichnen. Er wollte es wenigstens etwas verstehen, setzte wahllos Punkte und verband jeden zweiten mit allen anderen Punkten. „Eine Art Netzwerk?“
„Exakt. Wenn sie irgendwo dran müssen, stellten sie diese Figuren nur wieder dort ab, wo er sie abgestellt hat. Aber wundern sie sich nicht darüber, wenn er sie dafür bezahlen lässt. Er erkennt jede geringe Abweichung und muss neu berechnen."
Bezahlen? Gevanni starrte sie mit Gabel im Mund an und erinnert sich daran, dass er ihn schon für rein gar nichts mit einer Mundharmonika erstickten wollte.
„Äm…das ist so." Es war schwer mit dem grinsen aufzuhören, diese Aktion sollte anfänglich nur einem kleinen Racheakt dienen. Das er anfing mit Gevanni zu pokern hatte gleich mehrere Gründe, nur war er hinterhältig verschlagen. „Dieses Präparat hilft ihm, sich wohl zu fühlen.“
„...Eine Droge?“
„Nein, das ist was gänzlich anderes. Es sind Erinnerungen auf die er zurückgreift. …Und Mello…“
Gevanni nickte, damit hatte er wohl zu kämpfen, und komm’ damit klar, wenn du nicht verstehst warum.
„Sehen Sie; Auch wenn es nicht so scheint, empfindet er Trauer. Diese Last unterdrückt er und ersetzt sie durch Wut, damit er seinen Körper kontrollieren kann. Er muss den Umgang damit erst lernen, seelischer Stress wirkt sich auf die Nerven aus und kann auf Organe übergreifen. Ich versuche dem vorzubeugen."
„…Ohne…ihn zu manipulieren?"
„Ja“, kam es ihr etwas zu überzeugt über die Lippen. Sie sollte nicht zu früh zu viel verraten und die Belastung für Gevanni nicht noch unnötig grösser machen. „….Er wird sich immer weiter zurückziehen, was zur Folge hat, dass er über Belanglosigkeiten hinwegsieht. Er wird eine Menge Firlefanz treiben, sehen sie ihm das nach.“
Der Kuchen war schmackhaft und der Kaffee half tatsächlich, was auch immer da drin war. Sein Kreislauf kam allmählich wieder in die Gänge, sollte er sich das merken? Immerhin wusste er jetzt, dass es nicht an ihm lag.



Anders als Rester, dessen Puls in die Höhe schoss und auch der starke Schwarztee nicht helfen konnte, den Normalpegel wieder zu erreichen. Er saß starr auf seinem Stuhl, den Telefonhörer am Ohr und was sich unten noch abspielte, rauschte geradewegs an ihm vorbei.
Auf dem Bildschirm seines Computers flimmerte Soyle Bolton Carigan, Nears damaliger Pfleger und Anthony Resters gespenstisches Abbild. Ein Collonel der Luftwaffe, mit Versetzung auf Eigenwunsch in ein Forschungsinstitut für Nanotechnologie, unter der Leitung eines Dr. Nigel Conrad.
„Kommandant? Sind sie noch dran?“
„…Ja. Einen Moment“, antwortete Rester Roger, der noch immer in der Leitung hing. Er war hörbar erleichtert, als er erfuhr das Near noch am Leben war und sandte ihm unverzüglich Informationen zu. Er traf mit ihm eine Absprache über Ori, einem Klicker wie Roger verriet um bei eventuellem Kontakt einen Nachweiss zu haben, nicht dem falschen auf den Leim zu gehen. Nachdem er auf Bitten Rogers ein Postfach eröffnen sollte, für den Notfall, falls keine andere Kontaktaufnahme möglich wäre.
„…Was ist passiert“, wollte Rester wissen und schluckte hart. Soyle Carigan war seit über vier Jahren tot, nur eine Woche später wurde die SPK gegründet.
Am anderen Ende der Leitung blieb es still. Was nicht verwunderlich war, Carigan war beauftragter Einzelhelfer für Experiment Nummer Eins und dem niedlichen Spitznamen Schneeflöckchen.

„Roger, weiss er davon?“
„…L hatte entschieden. Nein. Es hätte seine Konzentration beeinträchtigt und eine Integration bei uns unmöglich gemacht. Carigans Leiche wurde in Alnwik, etwa eine halbe Stunde entfernt am Ufer des Olsen Minon Lake gefunden.“
Rester schloss die Augen. Das war klar, in Anbetracht dessen, dass diese Experimente unter vorgehaltener Hand durchgeführt wurden und Soyle Langzeit - Betreuer eines Nanosondenträgers war.
„Er wird es erfahren. Was wissen sie  über diese Beziehung?“
„…Dazu kann ich nicht viel sagen. In den Eingewöhnungswochen hier war sein Umgang mit Near respektvoll und warmherzig streng. Er hielt sich stickt an seine Befehle aber….“
„…“
„…sind sie vorsichtig, wenn sie ihm davon berichten. Vertrauen sie Pandora, sie weiss was zu tun ist.“
Rester brummelte nur leise zurück. Es gab Neun dieser Experimente, und jedes besaß eine besondere Fähigkeit. Drei waren tot und er verkniff sich nach den Ursachen dafür zu suchen. Drei waren noch in Behandlung, zwei aus dem Programm und der Status von Nummer Eins…’ Command Level Control.


Experimentenplan
Eingereicht über Dr. William Styles.
April, 1997

Ziel des Experiments nach Intervention der Visualisierung unterschiedlicher Übungen auf Puls, Blutdruck und Gehirnaktivität durch elektrische Impulse, die an Muskeln gesendet werden und der Kommunikation im limbischen System.
Zeitrahmen angesetzt auf acht Sitzungen.
Versuchsleitung Dr. W. Styles.
Ausrüstung: eMRT - Gerät bereits installiert, Patient vor Ort.
Versuchsverlauf der Versuchsperson für jede Übung durch mentalen Visualisierungsprozess. Körperliche Aktivität wird in Echtheit vorgestellt. eMRT und Pulsmessgerät werden Blutdruck und Gehirnaktivität des Patienten aufzeichnen. Daten nach Alterspektrum verglichen und Stimulus durchgeführt.


Jeglicher Verlauf um Experiment Nummer Eins wurde festgehalten und Rester war überzeugter denn je.
„…Er wird in diesem Programm noch angeführt.“
„Machen sie sich deswegen keine Sorgen. Niemand weiss wo er ist und Conrad wird nicht nach ihm suchen.“
Der Hörer sank tiefer und tiefer, als Rester das Bild eines kleinen Jungen, mit grossen braunen Augen, offenen Ausdruck und braunem Haar entdeckte.

Patient 1084 - Hagert Nathaniel. Aufnahme: Pr. Dr. Sherman Hagert (Neurobiologie/Neuropsychiatrie)
Entwicklungsbeobachtung fluider und kristalliner Intelligenz. SW-Wert des präfontalen Kortex überdurchschnittlich…


Eine Menge Zeug das Rester nicht verstand und ihn auch nicht weiter interessierte. Das war ihr Bereich…der Datenkram. Near dagegen stand ab diesem Moment unter seiner Fuchtel und er hatte nicht vor diese Entscheidung wiederholt zu überdenken.
„…Roger; Ich muss jetzt auflegen. Ich melde mich wieder.“

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Damonik
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BeitragThema: Re: Death Note - Spiel, Satz und Kuriositäten.   Di Jul 23, 2013 7:15 pm

Nach stundenlanger Suche und origineller Einsatzbesprechung brachten die Gutachten nach wie vor keine wertbaren Ergebnisse und Gevanni nahm immer mehr an, das L nach Abschluss der Fälle die Verfälschungen korrigiert, und aus diesem Grund die Akten selbst aufbewahrt haben könnte. Dutzende davon hatten sie schon durchgeackert, und das war noch nicht mal die Hälfte.
Doch jetzt war er unterwegs, entlang der Promenade am Hafen in Genova. Ein Provinznest weiter, um angeblich einen Klienten zu treffen und eine Lieferung von der Zollstelle abzuholen.
Getarnt in schicker Jeans, feschem Shirt und Sturmfrisur. In Begleitung von Garfield, hätte er jedenfalls steif und fest behauptet.
„Drei Millionen Dollar? Wen hast du bestochen? Obama?“
Was bitte war so viel wert? Aber sein neuer Partner fand sich anscheinend in entzückendem Amüsement berieselt. Gabriel kicherte mit vollen Mund wie ein Waschweib, klemmte einen Arm unter den anderen und schüttelte den Kopf.
„..Hat dir schon mal jemand die Eier rasiert und an den Arsch getackert? Das passiert nämlich, wenn du versuchst Don Ferro zu bestechen.“
/Mafia?/ Gevanni blieb stehen und Gabriel vollführte eine elegante Drehung auf dem Absatz.
„Ich dachte wir treffen…“
„Du hast nicht richtig zugehört Knacki. Rivers und Montesantes regieren ihre eigene Liga. Die trifft man nicht, die finden dich. Versuch einfach nicht aufzufallen eh?“
„Und wie soll das gehen? ich bin einen Kopf grösser als alle hier. Du übrigens auch.“
Joa, waren sie alle und Gabriel biss genüsslich in sein Lachsbaguette. Alle, ausser Commander, der Kingkong glich und Flöckchen, der trotzdem auffallen würde, so als wandelnder Schneemann…mit Eispickel im Vorratspack.
„Setz dein Pokerface auf, Gulliver.“  
Gabriel lief einfach zu und war noch schlimmer als geahnt. In albern getigertem Lederoutfit und roter Mähne zappelte er merkwürdig herum und sang jedes Gedudel mit an dem sie vorbei kamen.
„Wenn ich schon mit denen zu tun haben muss, sollte ich da nicht wenigstens genau wissen mit wem?“
„Nooope.“, plusterte ihm Gabriel zu, setzte ein noch breiteres grinsen auf als ohnehin schon und legte kumpelhaft den Arm um ihn. „Mach dich locker. Tu einfach so, als wärst du nicht von hier.“
„…Ich komme auch nicht von hier. Und…würdest…?“ Zu mehr kam er nicht, Gabriels Hand landete schlagkräftig auf seiner Brust und schüttelte ihm fast noch die Luft aus den Lungen.
„Du wirkst etwas…steif…Kumpel, eh? Gnnhn…entspann dich und….uh! Du riechst streng. Was für’n Gestand ist das? Eau de Gammel?“
Als wäre es noch nicht übel genug, unter falscher Identität den Zoll zu hintergehen und den Shinigami spazieren zu führen, konnte man schlichtweg vergessen auf anständige Antworten zu hoffen.
Gevanni rieb sich die Brust, da war Pfeffer dahinter. Er musste sich das erste Mal wirklich beherrschen.
„Das müssen die Amphibien sein, in denen du badest.“, konterte er und verzog angewidert das Gesicht. Gabriel verschlang ein Fischbrötchen nach den anderen und baggerte im Vorbeimarsch alles an, was bis drei gezählt nicht auf dem Baum saß.
„Hallihollaaa. Die würde ich gerne nackt sehen, mit Butter bestreichen und daran leckoiiiiii."
„Oh Gott, hilf mir.“, bettelte Gevanni leise und fuhr sich durch sein Gesicht. /Der braucht eine kalte Dusche/ Gabriel brachte es auch nicht fertig an einem Werbeplakat für Maserati vorbeizugehen, ohne ihm eine mitzugeben und sich den Hals zu verrenken.
Aber seine stumme Bitte wurde glatt erhört und Gabriel beim schmachtenden schlendern fast über den Haufen gerannt.
„Kleine Sünden bestraft der liebe Gott sofort.“
Der vermeintliche Ganove hatte sich noch umgedreht, sah aus als hätte er Panik und rannte um sein Leben. Es gab nur keine Verfolger, keinen aufgebrachten Händler und Gevanni schob es in die Schublade Kleinkrimineller Ladendieb.
“Upsi!“, ächzte Gabriel in gebeugter Haltung.
„Vermutlich nur ein Langfinger.“, meinte Gevanni, brachte absolut kein Mitleid für das verteilte Brötchen am Boden auf und sah sich um. Eine Menge schmaler Gassen, in diesem Getümmel war ein Gauner allein nur schwer  auszumachen. „Alles ok?“
„…Mal überlegen.“, zischte Gabriel leise, richtete sich auf und verpasste Gevanni mit dem Ellenbogen einen kräftigen Schlag in den Magen. „Freundliche Grüße an deinen Gott! Und jetzt beweg dich!"
Geschockt gelähmt stütze sich Gevanni keuchend auf den eigenen Knie. Wäre er blind, hätte er spätestens jetzt geschworen. Unter der langen Matte von Perücke und falschem Gesichtsgelee war die Ähnlichkeit zu Mello schon beträchtlich, doch unter der Schale von unzivilisiertem Großmaul die Affinität der Gebrüder Keehl erst so richtig verheerend.
„Awww, muss Flöckchen pusten? Soll ich ihn anrufen? Wäre ja nicht das erste mal."
„…Woher weisst…?"
„Oh, war'n aufregender Nachmittag. Als du in der Muckibude den Spint eines perfiden Rechtsverdrehers geknackt hast und Flöckchen dir erst einen blasen musste, hm? Oje…Flintstone, ging dir vielleicht der Arsch auf Grundeis? Wenn du da schon die Hosen voll hattest, solltest du dir vielleicht ein paar Windeln kaufen."
Gabriel stocherte in offenen Wunden und als er ihn dann auch noch stehen liess um wieder nur zu sehen, wie die bescheuerte SPK gegen die Wand läuft, überfiel Gevanni ein Kurzschluss.
„Kriege ich dich dazu aufzupassen und dich umzusehen?“
"Khä, klar. Aber das kostet dich was."
/Natürlich./ Die Apfelbäume waren auch etwas zu weit weg.
„Wenn du mich warnst, kriegst du deinen Apfel."
„Ääh? Ist das ein Deal?"
„…Deal.“ Er hatte null Ahnung woher er das wusste, war nur so ein Gefühl und die Apfelbäume auf dem Anwesen zählten zu Nears Eigentum. Da er jedoch den selben Anspruch auf das Death Note hatte, musste er Ryuk selbst versorgen, wenn er was von ihm wollte.
Er blieb stehen, als ihm siedeheiss klar wurde, dass Near gar keine Spielchen trieb. Was er gerade im Begriff war zu tun. /Nein./
„Khähähä…“
Gevanni schloss die Augen. Die Erinnerung an diesen Moment war so klar, dass er es sehen konnte. Spüren konnte, wie die Macht unter seinen Händen nur darauf lauerte seine eisige Kralle zu entfesseln. Das Treiben um ihn herum nur noch dumpfes dröhnen.

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Zuletzt von Damonik am Di Jul 23, 2013 7:22 pm bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Death Note - Spiel, Satz und Kuriositäten.   Di Jul 23, 2013 7:16 pm

Es war mitten in der Nacht und er war allein, als er die Namen des echten Death Notes in die Fälschung übertragen hatte. Doch er war gestresst und erschöpft, saß Stunden an dieser Kopie um jeden Schlenker, jedes Kürzel und jeden noch so kleinen Unterschied der Schriftarten exakt zu übertragen.
Genau in dieser Nacht…fielen ihm vor gärendem Druck und Müdigkeit einen Moment die Augen zu. …In dieser schwindenden Sekunde, in der er erschrocken aufschreckte… traf die Spitze der Miene das echte Death Note.


Gevanni sah auf. Wie konnte das sein? Er hatte doch nichts geschrieben.
"Tja weisst du, wird ein Death Note gestohlen und der Besitzer getötet, überträgt sich der Anspruch auf den Dieb."

„He Kermit, du bist ein bisschen grün um die Nase. Ist dir schlecht, oder fühlt es sich nur so an?“
„Ich…schon vorbei.“, log er Gabriel an und lief zu. Seine Poren öffneten die Schleusen. Er fing an zu schwitzen und dennoch lief es ihm eiskalt den Rücken runter, als ihm bewusst wurde, dass Near nicht von sich, sondern von ihm gesprochen hatte.

Dumm gelaufen. Oder doch nicht? Gabriel ging langsam neben ihm her. /Deine Chancen stehen verdammt mies Knacki./ Er liess Gevanni in Ruhe, für den Moment, zog einen Zettel aus seiner Jacke und hielt ihm den vor Nase.
„Was ist das?“
„…Denk nach Junge! Das ist der Treffpunkt, jetzt wäre dein Talent gefragt.“
War er wütend? Gefrustet? Gevanni wusste es nicht und trotzdem verstand er, der kleine Gauner war kein einfacher Gauner und musste das Gabriel zugesteckt haben. Was wäre auch unauffälliger, als ein versehentlicher Rempler in der Masse?
/81724I/ „La Littorina?“
„Eine..mmh, sagen wir Spielhalle eh? Gnnhn.“
Gevanni war auf jeden Fall genervt, das klang eher nach Sexhölle und filmreifer Vorstellung. Aber Ryuk erwies sich als Ass im Ärmel. Ein Vorteil, den er ausnutzen musste, wenn er Near…. er sah zur Seite.
„…Tisch neun.“
Gabriel grinste sich einen, genehmigte sich einen Kaugummi, um den Fetzen Papier später darin einzuwickeln und gab ein anerkennendes Nicken zu sehen.
„Du machst deinem Ruf alle Ehre Knacki.“
Er hatte es provoziert, aber anders ging es nicht. Jetzt musste Gevanni Near nur noch beeindrucken. /Und die Audienz bei Nummer Eins ist dir so gut wie sicher./


Nummer Eins schlief, Near dagegen war fleissig. Er saß am Boden im Arbeitszimmer, war am kauen, am bauen und überflog jeden Bericht der Opfer durch Kira, die ihm Rester nach und nach übermittelte. Begonnen mit den Letzten verglich er Namen, Aussehen und Verhaltensmuster. Todeszeiten, die Fundstätten der Leichen und die Umstände, die zum Tod geführt hatten. Während auf sämtlichen Sendern Nachrichten auf stumm geschalten liefen.
Rester saß in seinem Büro, mühte sich damit ab seinen Ex-Kollegen Bill zu erreichen, und konnte nicht glauben was er sah. Vor einer Weile noch war er wirklich seltsam.

Near schlief unruhig, war vorher nie der Fall, was ihn dazu gebracht hatte das Gespräch mit Roger zu beenden. Er hatte sich in der Bettdecke eingerollt, strampelte wie ein Wilder und fiel fast aus dem Bett.
Als er reinkam und ihn ansprach war Near sofort wach. Aber völlig durcheinander, war schweissgebadet und sah durch ihn hindurch als wäre er gar nicht anwesend. Stolperte, kaum das seine Beine frei waren regelrecht wie gestochen in Gevannis Zimmer und wollte umgehend wissen wo er war.
Er sagte es ihm, brachte Near nach eigenem Wunsch, und das war nur mehr ein zischen, auf den Neusten Stand und sah ihm das Erste mal den Schock an. Near war furchtbar verstört.
Allerdings hielt das nicht lange an, er fasste sich schnell. Zu schnell und in diesem Gesicht lag bitterböser Antlitz.
Er wusste was er wollte, aber nicht wie er reagieren sollte. Er hatte seine Schweigepflicht schon gebrochen und sagte daher gar nichts mehr.
Rester konnte es sehen, Experiment Nummer Eins, und das ging so gefährlich langsam, wie es vorher noch schnell war an ihm vorbei. Liess ihn stehen, verschwand mit einer übergrossen Murmel aus dem Regal und einem unbeschreiblich leichtem ' Vierundzwanzig Stunden' im Badezimmer.
Dort war er über eine Stunde drin und ihm fiel nichts besseres ein als das Bett neu zu beziehen, bevor er sich mit Pandora und Gevanni besprach.

Jetzt war er ganz Alte, zumindest fast. Er stopfte sich mit Schokolade voll. Kleine Schokowürfel, die er ihm bringen sollte und die er anfangs trotzig von sich schob. Dann doch immer wieder hinsah, den Teller nach und nach näher zog und irgendwann einen davon auf dem Rücken liegend betrachtete.
Er sollte ihm was zu trinken bringen und Near wiegte den Kopf hin und her, wippte mit den Füßen und war ansonsten so leer und trocken wie gewohnt. Er fixierte ihn wie immer, imitierte übertrieben die dabei gemachten Geräusche wie immer und brachte ihn damit zum lachen. Und das mit Absicht, obwohl er das sonst nur tat, wenn es keiner mitbekam. Wenn er sich in seine eigenen vier Wände zurückzog, für irgendwelchen Schnickschnack nach ihm rief, nur um ihn an seinen Job zu erinnern.
Kiras Opfer und bitte schön alle. Alle, der letzten vier Jahre und jedes davor.
Aber seit dem war er unentwegt am kauen.
„Ich muss sie noch bitten die Wand immer zu schliessen, sobald er den Raum verlässt. Es sollte nicht sofort offensichtlich sein, woher er seine Informationen bezieht.“ ,erklärte Pandora, die ihren Arbeitsplatz nach Resters Order hin in sein Büro verlegen musste und sich bemühte, nicht gleich die ganze Pinnwand zu belagern.
Eine der Wände liess sich öffnen und das Sideboard dahinter über seinen Schreibtisch lenken. Gut getarnt befand sich die Steuerung dafür in einer ausziehbaren Schublade unter der Tischplatte. Ein Computer reichte nicht aus, wenn sich Near erst an die Arbeit machte. Abgesehen davon, dass sich über eines der Geräte die Sender unterbrechen liessen und eine Verbindung hergestellt werden konnte.
Für L war es immer möglich, sich überall und von jedem Ort aus einzuklinken, wenn er nötig war. Auch wenn der Kommandant das gar nicht wissen wollte. /Drei…zwei…Eins…/
„...Was war das?“

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Zuletzt von Damonik am Di Jul 23, 2013 7:26 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Death Note - Spiel, Satz und Kuriositäten.   Di Jul 23, 2013 7:17 pm

Sie konnte sehen wie ihn das beschäftigte, sich diese Frage ganz langsam immer weiter nach Aussen bohrte und er seine Krawatte bereits zum dritten mal lockerte. Für Nate war er leicht zu lesen.
„Kommandant, das…“ War ein Fehler, den sie sich eingestehen musste. Sie befestigte das vorab letze Foto an der Pinnwand und legte die dazugehörige Akte auf dem Stapel der aussortierten Fälle ab. Jetzt war sie nervös und der Kommandant hatte schon zu viel gesehen, als das er ihr das nicht ansehen würde. Sie umklammerte den Anhänger ihrer Kette und rang mit sich. Er würde nicht locker lassen und es war besser ihn selbst einzuweihen, bevor ihr jemand zuvor kommen und die Situation ausnutzen konnte. „Es…das hätte nicht passieren dürfen und kann böse enden. Bitte, setzten wir uns.“
Sie bot ihm auch noch einen Platz in seinem eigenen Büro an und hielt sich über ihre eigene Dummheit die Stirn. L hatte immer recht, sie war ein Risiko und hatte es grandios bewiesen.
„In Ordnung, setzten wir uns.“
Er liess sie überhaupt nur aus diesem Grund sein Büro belagern. Das, und um zu verhindern, dass sie ihre Position ausnutzen konnte. Near war verändert, seit sie sich einmischen musste und selbst Mello wollte anscheinend einen Puffer zwischen ihr und Near. Davon ab hatte er nichts zu verlieren. Ausser Near, der ihm nunmal nicht egal war und dem Gevanni nicht egal war.
„…Er hat sie schon…?“
„Sollten sie das nicht wissen?", fuhr er ihr dazwischen und blieb auf seinem eigenen Stuhl. Near gab ihm immer seine Bedenken zu verstehen, wenn er welche hatte. Unter vier Augen und er lag nie falsch. Er wusste von Gevannis Misere, aber auch, dass er nicht vorhatte das hinzunehmen. „Ich weiss ebenfalls was sie können. Und wer sie sind…Samara."
Teils erleichtert sah sie zur Decke, benässte ihre trockenen Lippen und nickte zum Verständnis.
„…Sie wissen sich dagegen zu wehren.“
„Sicher. Ich gebe zu, es ist schwer. Ich werde auch nicht lange darum bitten das zu unterlassen und ich glaube, dass muss ich nicht erklären.“
Pandora schüttelte unentwegt den Kopf. Er benutzte ihre Worte, was nur noch mal fett unterstrich wer sein Vertrauen hatte. Near liess aber auch nichts aus um es zu verdeutlichen.
„Ich werde mich fügen. Doch wenn sie das richtig machen wollen, sollten sie auch alles wissen.“
Sie nahm sich einen Stuhl um neben Rester zu sitzen und diesen hinterlistigen Lump zu sehen. Die Sprechanlage hatte Rester schon selbst ausgeschalten, er war wirklich gut.
„Vorab; Ich muss ihn untersuchen.“
„Das weiss ich. Ich bin kein Arzt, aber ich habe auch nicht versucht ihn reinzulegen.“
Verhalten lachte sie auf und konnte es tatsächlich nicht fassen. Ein Schuft wie er im Buche stand, darauf hätte sie auch gleich kommen können. Rester brachte ihm nicht nur was frisches zum anziehen, dafür war er zu lange im Bad.
„Kommandant, so wie sie ihn kennen, ist er nicht er selbst.“, und sie deutete auf Near, der schon anfing sich auszubreiten und sein Material nach und nach gewählt hervorzog. „Nate…ist das Experiment, Near ist das Resultat. Nicht andersherum.“
„Wer ist er jetzt?“
„Er ist Near, doch das wird sich ändern. Er wird stiller werden, aktiver und sie werden ihn des öfteren suchen müssen.“
„…Also bewirkt das, was sie ihm da verabreichen…“
„Es wäre zu kompliziert das jetzt medizinisch zu erörtern. Aber das ist Nate, ja. Hinter dieser überlegenen Intelligenz steckt ein Kind, er ist diesem Stadium nie entwachsen, wird es auch nicht, solange er das eRMT trägt. Er wird auch nicht darüber reden, wenn sie ihn nicht darauf ansprechen und was sie gesehen haben ist das, was mein Vater unter allen Umständen verstecken wollte und Mello Kommandant, ich brauche ihre Erlaubnis.“
Ein beachtlicher Vortrag ohne Punkt und Komma. Rester wandte sich ihr zu und sie knebelte nervös ihre Finger. Er wusste nicht alles und Near war gewandt genug nichts durchblicken zu lassen, dass Fragen aufwerfen würde die wichtig sein könnten.
„..Sie haben meine Genehmigung. Aber ich entscheide, Gevanni…“
„Ich gebe ihnen mein Wort Kommandant. Ihr Kollege ist die Ausnahme und ich habe es schon gesagt. Er hat Gevanni gern. Es ist nicht das selbe wie bei ihnen und in welchem Umfang kann ich selbst nicht sagen. Doch er wird nie etwas tun, was keinen Hintergedanken hat. Bewerten sie das niemals über.“
Rester nickte. Der Rest war mit Gabriel zu klären.
„Legen sie los.“
Sie atmete durch, richtete sich auf und dachte daran, dass das einst Wataris Büro war. Es half sich wenigstens etwas wohler zu fühlen.
„..Zuerst müssen sie verstehen; Nate ist ein Unikum, es gibt bis heute keinen Vergleichbaren Fall. Nicht seine Eigenheiten sind es, die er durch das eRMT entwickelt hat, er wurde mit dieser Fähigkeit schon geboren. Es gibt keinen Nachweiss, aber die Rivers wissen ihre Geheimnisse zu bewahren. Mein Vater hat ihm die Sonde eingesetzt, um zu verhindern das er entdeckt wird. Wenn jemand erfährt was er kann, ist er auf Lebzeiten ein Gejagter. Sehen Sie; Es lässt sich nicht wirklich erklären, niemand weiss was genau, oder wie er es macht und ich kann ihnen nur bedingt beschreiben.“
Near wuselte schon über den Boden, krabbelte nach seinen Würfeln statt zu laufen und sie sich zu holen. Er hatte den Saft getrunken und die Wirkung setzte schnell ein. Das lag an der Schokolade, doch das war zweitrangig. Er schien zu akzeptieren, dass er nicht drumherum kam.
„Fahren sie fort. Ich werden ihn nicht ohne Aufsicht lassen, keine Sorge.“
„…Äm, sie müssen versuchen sich das vorzustellen. Es ist eine eigene Welt, die ausser Nate niemand versteht. Es gibt keine feste Materie und in dieser…Blase - die immer weiter wächst - besteht alles aus Zahlen. Darum rechnet er unentwegt. Nate ist der Spiegel, er überträgt sie durch sein Spiel, durch spezielle Kommunikation und Interaktion in diese Welt. Das ist Nummer Eins und er ist gefährlich. Wenn sich eine Komponente verschiebt…bedeutet; Wenn sich zum Beispiel eine Person, die er nicht zu hundert Prozent kennt, oder ein Gegenstand der nicht hineingehört in diese Blase eindringt, fängt er an zu löschen. Können sie mir folgen?“
„…Ich denke schon. Emotionen sind solch störende Elemente, weil sie ihn unüberlegt reagieren lassen.“
Konnte Rester nicht. Er zog es nicht einmal in Betracht und dachte stattdessen an typisch autistische Merkmale.
„…Er fühlt nichts, Kommandant.“, versicherte sie wiederholt und behielt den unschönen Teil noch für sich. „Das Besondere daran ist, dass sich in dieser Blase immer mehr befindet als zu sehen..zu messen ist.“
Rester dachte nach und es dauerte nicht lange, da er gab das Sinn. Er würde den Shinigami nicht wörtlich auseinandernehmen, er würde ihn zerlegen. In Zahlen umsetzen und so wahrscheinlich mehr sehen.
„Sie glauben, Nummer Eins weiss wie…“
„Nicht ich, Mello." Sie musste ihn unterbrechen, darüber sollte sie nicht reden. „Er ist…war…der Meinung, mit Nummer Eins kommunizieren zu können. Ich kann nicht viel dazu sagen, doch ich weiss das er es geschafft hat zu sehen, was Nate sieht. Aber das hat ihn verändert, was auch immer es ist, es ist nicht erträglich. …Für…"
Rester hob die Hand um sie zu unterbrechen, beugte sich unsinnigerweise vor um genauer zu sehen. Near war aufgestanden und das konnte nichts gutes bedeuten. Er stand einfach da, starr wie ein Fels.
Er sollte recht behalten, Pandora sprang auf, warf dabei ihre Tasse vom Tisch die in viele kleine Teile zersprang, einen Fleck auf dem Teppich hinterliess und ihn an der Schulter packte. Das geschah so schnell, dass nicht einmal sie damit gerechnet hätte.
„…Kommandant, gehen sie da rein, reden sie auf ihn ein, solange bis er antwortet.“ Rester rührte sich nicht sofort und sie hatte sein Telefon schon in beschlag. „Ich garantiere, ich erkläre es. Aber sehen sie zu das sie ihn aufhalten!“

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BeitragThema: Re: Death Note - Spiel, Satz und Kuriositäten.   Di Jul 23, 2013 7:27 pm

Oh dass freut mich *___* Das ging ja richtig schnell x_D
Dann mach ich mich mal ran und lese die nächsten Kapitel *ç*
Ich hoffe du wirst die Fanficton noch lange weiterschreiben, ich wunder mich eh, warum es ausser mir keine anderen Kommentare gibt, sie ist so toll Very Happy
Ich werde noch einer freundin von mir bescheid geben, dass sie dass hier unbedingt lesen muss, auch wenn sie nicth angemeldet ist, ich richte gerne ihre Meinung aus Very Happy

Nun denn, ich mach mich nun ran und lese *ç*

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BeitragThema: Re: Death Note - Spiel, Satz und Kuriositäten.   Di Jul 23, 2013 9:02 pm

Noja, wenn es jemand lesen möchte und es doch schon mehr gibt, geht es schnell. *g*

Wie lange sie wird, kann ich nicht genau sagen, aber durch die Menge an Problematik, die da drin steckt, lässt es sich kaum kurz halten. *g*
Es geht hier um Near und die SPK. Near ist nicht gerade der beliebteste DN - Charakter und für so manchen begehe ich fast ein Verbrechen. Weil ich OCs eingeführt habe, L und Mello nicht auferstehen liess und kein Slash angeben ist.

Ich kann es aber nicht, so gerne ich das den Lesern, die sich das wünschen präsentieren wollen würde. Für mich war es zwischen Near und Mello eine - zwar besondere - aber innige Freundschaft und ich sehe weder in L, noch in Mello oder Matt und auch nicht in Near einen auffälligen Hang zur Homosexualtität.
Wobei da natürlich klar jeder einen eigenen Eindruck gewonnen hat oder gewinnt. Das ist halt meiner. *g*
Ob sich in dieser Hinsicht etwas entwickeln kann, entscheiden die Charas selber. Klingt schräg, ich weiss, aber manches ergibt sich beim schreiben von allein.


Und nochmals; Vielen lieben Dank. :-)
Vielleicht kann sich deine Freundin dazu durchringen, sich hier anzumelden und ein bisschen mit zu quatschen? Wäre doch schön. Very Happy

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Zuletzt von Damonik am Mi Jul 24, 2013 5:28 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Death Note - Spiel, Satz und Kuriositäten.   Di Jul 23, 2013 9:18 pm

Hihi ich häng schon seit einer weile dran, dass sie sich anmeldet, aber sie sagt dauernd "Neee weil ein Forum...da kommt sie nicht klar mit" und viellaiiichhtt krieg ich sie dazu, sich wegen der Fanfiction anzumelden, ich werds ihr aufjedenfall mal zeigen und sie darum bitten, dir wenigstens kommentare hier zu hinterlassen, damit du auch siehst, dass deine FF wirklich toll ist und gelesen wird *ç*

Also, ich werd hier aufjedenfall aktiv mitlesen, darauf kannst du wetten xD

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BeitragThema: Re: Death Note - Spiel, Satz und Kuriositäten.   Mi Jul 24, 2013 7:02 am

Ist deine Freundin denn auch Manga/Anime Fan?
Aber ich kenne auch welche, die mit Diskussionsforen so gar nichts anfangen können und wenn, dann muss es eines sein, dass Themen vertritt, die die eigenen Interessen spiegeln.

Ich weiss immer noch nicht, was ich sagen soll. *fieps* Dass dir meine Story wirklich so gefällt, freut mich unglaublich. *hüpf, spring* :-)

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Near; "Wenn man sich geirrt hat, sagt man einfach Entschuldigung."
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Damonik
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BeitragThema: Re: Death Note - Spiel, Satz und Kuriositäten.   Do Jul 25, 2013 1:15 pm

Gegen neun Uhr Morgens klingelte das Telefon im Arbeitszimmer auf dem Anwesen der Rivers in Saint Lanton.
Liard River unterbrach das Aufsetzen des Exposés einer neuen Form des Produktes ‚Arbeitskraft‘. Die Zusammenfassung aktueller Strategien der Arbeitsorganisation, die verstärkt auf Selbstorganisation setzte und das Verhältnis zwischen Angestellten und Arbeitgeber seiner Unternehmen grundlegend verändern sollten. Um dem gezielten Wandel der gesellschaftlichen Verfassung über direkte Kontrollen entgegen zu wirken.
„…Es ist Quantin, er hat was. Ich stelle auf Lautsprecher. …Nik?" Leises knistern in der Leitung. „Die Verbindung ist schlecht. Was gibt es?“
„Ich habe das Personal befragt, Mister Orson. Miss Hagert hat Saitama bereits vorgestern verlassen. …Und sie war nicht allein."
Das Faxgerät reagierte. Nik Quentin übermittelte ein Bild der Überwachungskameras aus dem Restaurant des Hotels, in dem Samara Hagert in Begleitung einen netten Abend verbracht hatte.
„Die Reservierung lief auf Daniel Banderas. Aber überzeugen sie sich selbst.“
River folgte aufmerksam dem Gespräch und zuckte nur milde mit seiner Hand. Eine Geste, die dennoch keine Widerworte zuliess und sein leitender Angestellter - Roy Orsen - umgehend das Foto aus dem Faxgerät nahm.
Auf diesem Foto war das Date von Miss Hagert ein adrett gekleideter Mann, jedoch mit unverkennbaren Zügen.
„…Wie geht es ihr?“
„Es scheint keine Probleme zu geben. Aber…“
„Verschwenden sie keine kostbare Zeit Mister Quentin. Das geht alles von ihrem Gehalt ab.“
„..Nun, ihr Verhalten. Es sieht so aus, als hätte sich Miss Hagert neue Wertvorstellungen zu eigen gemacht. Sie hatte nächtlichen Besuch von André Montesantes.“
River drückte unverzüglich den Knopf seiner Rufanlage.
„…Sagen sie alle Termine für heute ab. Arrangieren sie ein Lunch mit Eleanor und reservieren einen Tisch im Manor.“ Liard stand auf, und ein knapper Fingerzeig war ausreichend, um seinem Assistenten zu vermitteln, seine Leibwächter zusammen zu trommeln. Orsen nickte und machte sich sofort auf den Weg. „…Mister Quentin, ich erwarte, dass sie sie finden. Und gnade ihnen Gott, wenn meinem Neffen oder seiner Belegschaft etwas zustößt. Guten Tag.“


In der Zwischenzeit traf Arik auf dem Friedhof in Beloné mit Schaufel und Schubkarre letzte Vorbereitungen. Während Robin den Papierkram im Bestattungsinstitut abklärte, einen Priester bestach und sich um Kränze und Grabbesteck kümmerte. Auf dem Anwesen in Brichetto war Marina mit Krawatten, edlen Lackschuhen und Bügelfalten in feinen Anzügen beschäftig, und im Büro war man noch mit ganz anderen Sachen am kämpfen.
„Was hätte er gegen ihn in der Hand?“
„…Was immer er will, Kommandant. Wenn er merkt das Near noch lebt, wird er nicht zögern ihm alles mögliche anzuhängen.“
Und anfangen würde er wahrscheinlich mit Soyle Carigan, dessen Todeszeitpunkt jedoch zwischen einundzwanzig Uhr und Mitternacht lag und zwischen England und Australien an die sechzehntausend Kilometer.
Rester lehnte sich zurück.
Gefolgt von Indizienmorden, deren Leichen noch als vermisst galten und schlussendlich…wahrscheinlich… mit Mello. Wenn er herausfand, dass Near noch immer im Besitz eines Death Notes war.
„…Was hat er für ein Problem mit Near?“
Ein auffällig ausgeprägter Charakterzug dieser Genies war, einen anhaltend starrsinnigen Kampf des Verstandes zu führen. Das war schon bei Near und Mello maßgebend, demnach war es ebenso plausibel, dass sie ebenso schlechte Verlierer waren.
„..Er ist der Überzeugung besser als Nummer Eins zu sein. Das eRMT hat sich angepasst. Verselbstständigt, könnte man sagen. Es hat sich mit dem Gewebe verbunden und entzieht sich jeder Kontrolle.“
Es war schon beeindruckend, womit sie zeitgleich zurecht kam. Ohne lange Pausen, zwischen analytischen Berichten, stapelweise Akten in Kisten, die sie rauf und runter schleppte, ständig störenden Flirtversuchen und kannenweise Kaffee schlief sie nur wenig. Sie beantwortete sogar dabei noch geduldig seine Fragen. Aber genau genommen nannte man das Leistungspotenzial durch Selbstkontrolle. Rester ertappte sie beim versteckten gähnen.
Near war auch gerade nicht wirklich schwer beschäftigt. Und wenn man über ihn eines mit Gewissheit sagen konnte, dann, dass er niemals die Kontrolle verlor. Was man von einem Killer solchen Kalibers wie Beyond Birthday nicht erwarten durfte.
Bis dato waren es schon elf tote, die vielleicht nicht Kira zum Opfer fielen und Light Yagami angehängt, oder der Einfachheit halber zugeschoben wurden. Alle diese Opfer waren Mörder und jedes davon fand man an anderer Stelle als sie laut Polizeibericht getötet wurden. Auffällig war, dass diese Täter schwer zugerichtet waren und eine Nachricht hinterliessen, wogegen Light Yagami stets den einfachsten Weg ging. Immer darauf erpicht, keine Spuren zu hinterlassen und bestenfalls auch keinen Grund zu geben, eine Spurensuche einzuleiten.
Was bedeuten konnte, dass sie entweder beeinflusst waren, oder wirklich nicht in Yagamis Visier lagen, nur in der Verbrecherkartei angeführt.
„Was sind seine Stärken?“
„…Das Spiel, Kommandant. Nummer neun verliert nicht.“
Innerlich konnte Rester herzlich lachen. Da kannte er einen, der genauso wenig gern verlor und unter durchtriebenen Spielzwang litt. Äusserlich dagegen blieb er konstant gelassen.
„..Vermutlich würde es nichts bringen, eine Partie 'Mensch ärgere Dich nicht' zu arrangieren.“
Darüber konnte sie nicht lachen. In Resters Kopf spielte sich ein ‚Wer baut die schönste Sandburg‘ Kleinkinderförmchenkrieg ab. Noch ein wenig mehr und er würde vor Stolz vermutlich platzen. Aber der Grosse K, obwohl sie ihn so nicht nennen wollte, war großartig, nur der tiefsitzende Argwohn, irgendwelche Leichen im Keller zu haben und die Erfahrung die er noch gewinnen sollte, könnten ihn empfindlich aus der Bahn werfen.
„Kommandant, sie verstehen das nicht richtig. Bei Nummer Neun endet jedes Spiel tödlich.“
Nicht Jedes und Rester war sich ziemlich sicher den Haken schon gefunden zu haben. Er sah sie an und die Angst stand ihr förmlich im Gesicht. /Viele Geheimnisse, mit Schleifchen drum./ Die hatte sie definitiv und je mehr er erfuhr, desto auffälliger wurde es. Wie würde Near wohl darauf reagieren?

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Zuletzt von Damonik am Do Jul 25, 2013 1:23 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Death Note - Spiel, Satz und Kuriositäten.   Do Jul 25, 2013 1:15 pm

Er hatte recht, zum Teil, doch sie hielt dem stand, und er gab nur kurz darauf schon nach. Rester widmete sich den Monitoren und wünschte sich insgeheim ein Ergebnis, dass niemals entstehen konnte, solange Near noch existierte. Manches war so offensichtlich absurd, dass es die Mühe nicht wert war, einen Aufstand zu betreiben.
Fast schon neugierig sah Rester Near zu. Er hatte eine Spieluhr aufgezogen und saß eine ganze Weile inmitten einen Bausatzes. Kleine bunte gelöcherte Klötzchen, ebenso kleine Schrauben und passendem Holzwerkzeug, aus dem er die unterschiedlichsten Vehikel zusammen setzte und im Zimmer umher fahren liess. Jetzt sah er gerade noch den letzen Spalt der Tür zum Badezimmer, die sich ganz langsam schloss und die Klinke zurück schnallte. Er hatte absolut kein Problem damit.
„Ich glaube nicht, dass ich sie falsch verstanden habe. Hat er zufällig gegen Nummer Eins verloren?“
Seit zwei Tagen verglichen sie die Mordserie durch Kira mit den Akten aus Ls Archiv, denn im Keller gab es noch ein paar Kisten mehr davon. Und aufgrund eines Verbrechers aus Ls Akten, der von einem Dämon namens Black Jorky berichtete hatte und dessen Foto sie eben an der Pinnwand befestigte, fiel ausgerechnet Gabriel, der dem Gespräch sowieso nur halbherzig zuhörte etwas auf.
„..Moment mal.“, flüsterte er und nahm die von ihr eben abgelegte Akte wieder vom Stapel. Damit hatte er schon ihre Aufmerksamkeit und sie sah verstohlen herüber.
„…Nicht...ganz Kommandant. Er kann gegen Nate nicht gewinnen, weil er in der Lage ist jeden Zug vorab zu kalkulieren.“
Gabriel war ohnehin verspannt, die Revanche für diesen Schlag würde er noch kassieren müssen. Aber Dank Kommandant, der ihn schlussendlich beschäftigte gut abgelenkt und ganz bei der Sache. Er startete einen Suchlauf, der in Sekundenschnelle einen Treffer nach dem anderen lieferte.
„Ääähm..Commander? Wann genau war noch mal Geisterstunde? Du weisst schon…wo das Sandmännchen über Knacki so brutal gestolp…“
„Von zweiundzwanzig bis etwa fünf Uhr dreissig morgens. Und er heisst Gevanni.“
„Mmhm. Ist klar." Der würde schon bald noch viel putzigere Namen haben. Aber Gabriel konzentrierte sich lieber auf den Vergleich der Todeszeiten von Man in Black versus Bulldog. Korrekter Name; Stanley Hawker. Die Anklageschriften waren unterschiedlich, aber die Namen gleich und die Gesichter nahezu identisch.

Streng vertraulich.
Auszug aus dem Bericht von James Cavanugh. Abteilung für interne Ermittlungen.  
Betroffener Agent: Hawker, Stanley
Dienstmarkenerkennung, Geburtsdatum und Dienstantritt beim CIA.

Status: Special Agent.
Spezialisierung: Profiler
Letzte Bewertung, Büro New York.
Erfahrener Agent, sehr gute Kenntnisse im Feldeinsatz.
Stärken: Härte, analytischer Verstand, Anpassungsfähigkeit, exzellente physischen Form.
Schwächen: Fehlendes Mitgefühl, exzessives Selbstbewusstsein, Hang zur Gewalt.

Sanktionen
Suspendierung.

Stanley Hawker wurde vorsätzlicher Mord an einem Ehepaar während den laufenden Ermittlungen vorgeworfen und nachgewiesen.  Er saß hinter schwedischen Gardinen und wurde am neunzehnten Dezember Zweitausendneun um vier Uhr sechsundzwanzig morgens in seiner Zelle tot aufgefunden. Todesursache; Plötzliches Herzversagen.
Stanley Hawker aka Bulldog war Drogendealer und sah auch so aus. Ein Kerl mit Goldkettchen, Tätowierung eines Totenkopfes am Hals und ordentlich zugerichtet. Vermutlich durch Widerstand gegen die Staatsgewalt - diverse Angaben durfte man schon mal anzweifeln. Todesursache; Am vierten August im darauf folgenden Jahr, Suizid durch erhängen. Todeszeitpunkt; Zwischen vierzehn und siebzehn Uhr Nachmittags.
„Commander guckilucki. Spiegeln Spiegeln." ,witzelte Gabriel, der zwar nicht sollte, sich aber dennoch genauso wenig raushalten konnte wie Rester, dessen Büro mittlerweile aussah wie das Office der Polente. Alte Gewohnheiten legte man eben nur schwer ab. Er liess ihn seine Entdeckung sehen und drehte den Laptop um. Sein eigenes Büro durfte er nicht benutzen, dass war Sperrgebiet. Aber es war in der Tat besser, Near jetzt nicht unbedingt öfter als nötig zu begegnen und die Beste Ablenkung.
„...Jetzt weiss ich, was er von Birthday will.", und Rester fiel es wie Schuppen von den Augen.
„DideldiDu, ich? Wir zwei beide, eh?“
Der Kommandant stimmte nickend zu. Gevanni war momentan indisponiert, was ganz gut war und Rester Gott froh darüber. Ihm war es lieber, Near würde sich an Gevanni halten, dem er ohnehin - trotz der Schwierigkeiten mit dem Death Note - mehr Vertrauen entgegen brachte als ihr. Falls Near die Beerdigung von Mello doch zu schaffen machen sollte. Abgesehen davon wäre Gevanni nirgends sicherer gewesen und er hatte noch Glück. Near würde niemals zu Ketten oder Handschellen greifen, also nahm er sich Kiras Opfer, deren Berichte Near schon durchgesehen hatte vor.
Gabriel saß auf dem Tisch, auf verteilter Papierflut, die Füße auf dem Stuhl und den Laptop auf dem Schoss. Kaugummi kauend und etwas zu euphorisch. „Na dann wollen wir doch mal.“
Das war so nicht abgemacht, lief ohnehin schon aus dem Ruder und Pandora kamen Zweifel. Mello war hochbegabt, wenn es darum ging einen brodelnden Konflikt zwischen allen, die Near tatsächlich schaden konnten anzustacheln. Energisch und anhaltend. Selbst nach seinem tot war seine Präsenz immer noch zu spüren.
„Gabriel.“
„What!? Grosshirn an Verstand; Bitte senden! Willst du erst warten bis es passiert und Commander genauso endet?“
Ganz bestimmt nicht und im Gegensatz zu früher war Near nicht mehr gebunden. Nur das auslassen dieser Kleinigkeit war leider der Unschöne Teil und der Kommandant darauf nicht gefasst.
„Na schön. Aber…was auch immer passiert Kommandant, sie tun was er sagt, hinterfragen es nicht und versuchen nicht ihn aufzuhalten oder umzustimmen. Das müssen sie mir versichern.“
Was ganz klar bedeutete, er durfte ihn auch dann nicht stoppen, wenn er sich entschliessen würde das Death Note doch einzusetzen. Wem wollte er auch was vormachen? Wenn Near das täte, dann garantiert gut durchdacht und mit Sicherheit nicht ohne sich abzusichern.
Aber Rester würde nicht über seine Gefühle reden. Das war bei ihr unnötig und eine feine aber kleine Tatsache. Er war felsenfest überzeugt, auf den richtigen zu setzten und würde es auch nicht anders wollen. Völlig gleich wie er verfahren würde. Er blieb stumm.
„Blablablub..’ Verdammt! Klär ihn schon auf. „Wenn’s geht bevor wir alt und grau sind und er noch zum Kinderschreck wird.“
„Dir ist schon klar, dass du faktisch kein Angestelltenverhältnis hast?“
Gabriel stutzte, sah sie an und fing prompt an breit zu grinsen.
„…Definier mal faktisch, Süße. Vielleicht weiss ich etwas, dass du noch nicht weisst, hm?“
„…“
„Nein? /Vorsicht Babe, unterschätz' mich nicht./ Um genau zu sein, ist es nicht gerade so, dass es plötzlich keine Verbrechen mehr gibt. Nicht wahr?“
Wie konnte es auch anders sein? Gabriel war ein Keehl. Nicht so herausragend begabt, aber auch nicht weniger raffiniert wie sein Bruder. Natürlich wusste er es.
„…Er hat recht Kommandant.“, stimmte sie zu, stand auf um sich ihre Tasse zu füllen.
„Das ist die letzte für heute klar? Sonst hüpfst du hier noch rum wie das Durazellhässchen.“
Sie musste grinsen, auch wenn es nichts zum lachen gab und Gabriel sie nur aus dem Weg haben wollte. Allerdings auch nicht ohne Hintergedanken. /Vielleicht sollte ich es tun?! …ich muss es tun, sonst bricht er sein Schweigen. Das wäre das Aus./
„…Schön. Wenn du mir garantierst, Gevanni nicht zu drängen. Du provozierst ihn nicht, hast du mich verstanden?“
Na aber sicher doch, er wollte schon noch ein Weilchen Leben. Das war auch nicht sein Anliegen und konnte er getrost dem grossen K überlassen. Der würde spätestens nach diesem Gespräch unter Garantie dafür sorgen.
„Spannung, Spiel und Schokolade. Gnnhn, schön aufpassen, Commander eh? Ich hol' schon mal das Popcorn.“
Gabriel konnte wirklich aus allem einen Witz machen. Aber er ging auf die Suche nach einem kühlen Bier. Damit war es leichter sich den Tatsachen zu stellen.

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Zuletzt von Damonik am Do Jul 25, 2013 1:29 pm bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
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Damonik
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BeitragThema: Re: Death Note - Spiel, Satz und Kuriositäten.   Do Jul 25, 2013 1:15 pm

Gevanni stand indes unter der Dusche und das Badezimmer im Nebel. Er starrte die Kacheln an, liess das Wasser über sich ergehen und wäre am liebsten schreiend im Kreis zu gerannt.
Sein Los; Vierundzwanzig Stunden, rund um die Uhr Dienstaufsicht. Die Erweiterung des Strafmaßes; Der Hapschi, für einen aberwitzigen, neunmalklugen Witzbold.
Er war schon dabei ein Meeting zwischen Kopf und Wand zu arrangieren, denn er hatte keine Ahnung wie er schaffen sollte, Near auch noch in eine Irrenanstalt zu schleusen. Dafür zu sorgen, dass ihn keiner der Häftlingsinsassen von geisteskranken Wahnsinnigen zu sehen bekam. Ausser…dem wahrscheinlich schlimmsten von Allen. Beyond Birthday.
Er fühlte sich wie das Wasser. Es lief und lief und…kam auch nicht zum stehen.

Das Frachtgut, dass sie abholen mussten und für das Gabriel sage und schreibe drei Millionen Dollar bezahlt hatte waren Särge. Die Überreste von Mello und Matt lagen jetzt in der Garage. Im Kofferraum eines Leichenwagens und warteten auf ihre Beerdigung. Die Frachtscheine, Lieferpapiere und gefälschten Sterbeurkunden dafür im Besitz von Don Ferro. Und den bekam er nicht mal zu Gesicht.

Nur ein weiteres heiteres Spielchen, der angebliche Klient war niemand geringerer als Mello selbst.
La Littorina war schon ein Lokal. Ein Puff und der Nächste Schock erwartete ihn schon vor der Tür. Ein Bulle von Kerl, der locker jeden in den Boden rammen konnte, aber spontan zum Kälbchen wurde, sich genauso schnell erinnern konnte, wie es ihn im selben Moment mit einem Donnerschlag traf. Gabriel war nicht irgendwer und sein schräger Look ein Aushängeschild. Der Vorbote, unter dem unheilvollen Pseudonym Gabon bekannt. Zutritt nur für geladene Gäste und er war ein unbekanntes Gesicht. Doch das wusste sein Partner zu ändern und zückte eine Waffe, bevor er vom nächsten Wachhund im Foyer betatscht werden konnte.
„Fass ihn an und über deinem Kopf wachsen Radieschen!" Im selben Atemzug zielten ein Dutzend Waffen auf ihren Kopf. Die Ladys waren genauso schnell verschwunden und Gabriel wurde lebensmüde. Er schoss. „Hoppla." Das Blut verteilte sich langsam auf dem Boden und die Spritzer vereinigten sich mit der plüschgesäumten ebenso blutroten Wand. „Was ‚ne Sauerei.“
Ihm wurde schlecht, und Gabriel so…so viel Mello. Der unheilvoll schwangere Blick, diese…anziehende Ästhetik, diese Stimme. Alles erinnerte ihn an Mello. „Och, sorry. Aber seinem Boss wird es nicht gefallen, wenn er erfährt, dass ihr Mello die Geschäfte vermasselt habt. Steckt euch eure Basukas bis zum Anschlag in den Arsch, das ist weniger schmerzhaft.“
Gevanni rieb sich das Gesicht. Da war auch noch Near, dessen Gesicht so trivial….so nichts sagend leer war, wie die Gesichter dieser Kerle angsterfüllt waren.
Gabriel liess es damit nicht gut sein. Er zog den nächsten am Kragen zu sich, drängte den Typen rückwärts zur Bar, hielt ihm seine Waffe an die Schläfe und rief nach einem Vassili - der Arschlecker von Don Feraldo Montesante - wie Gabriel ihn betitelte - der sich gefälligst sofort zu bewegen hätte, wenn er nicht wolle das er ein kleines Massaker anrichtet. Nur die Erwähnung von Mello war schon genug, um diese Herde von Stieren in Angst und Schrecken zu versetzen. Dagegen war der Shinigami, der dem nur unbeteiligt beiwohnte fast ein Witz.
„Ohhh, nicht das wir uns missverstehen, Jungs. Sowas hier“, und er drückte ab, zum guten Glück dieses Mal nur in einen Fuß. Doch das war schon genug um mit Nachdruck zu beweisen, dass er es ernst meinte. „Gnnhn…sowas ...braucht er nicht. Er sortiert sie, nummerierte sie durch und nimmt sie auseinander. ….Ganz langsam eh?  Das gibt schicke Staubfänger. Aber danach….danach….häutet er euch. Jeden einzeln. Mit seinen filigranen Fingerchen… und bastelt daraus klitzekleine Souvenirs. Noch Fragen?“
Eine Atmosphäre wie in der Gaskammer, als wäre die Zeit stehen geblieben und der grosse Knall noch im Anmarsch.

Gevanni wusch sich. Wenn er zu lange bräuchte, käme Near noch auf die Idee, er könnte da drin etwas tun das er nicht mitbekam und wollte am Ende auch noch die Dusche mit ihm teilen. Es war schon genug, dass Zimmer und die gesamte Zeit mit ihm verbringen zu müssen, bevor er noch in Verlegenheit kam, mit Schneeflöckchen Bekanntschaft zu machen.

Denn das war kein Witz, nur ein wenig nett umschrieben. Nach falschem Alarm und auf dem Rückweg, der auf halber Strecke nicht mehr in Gabriels Wagen, sondern auf Motorrädern als Geleit eines Transporters, gefahren von Popeye von statten ging, bekam er das Ausmaß der Problematik zumindest annähernd erklärt.
Nummer Eins war kein Rang, dass war ein Status. Schneeflöckchen war der Titel, aber das war im Stande, aus Spielzeug Folterinstrument zu machen.
/Mit allem, dass er in die Finger bekam./ Was hiess; Schneeflöckchen war der geborene MacGyver und dieses…Ding in seinem Kopf, konnte ganz zufällig auch noch seinesgleichen orten. Allerdings erst, seit Pandora die Frequenzen der Sonde in Nears Hirn modifizierten musste, um ihn selbst zu lokalisieren.
/Krank, einfach nur krank./
Jetzt sendete und empfing dieses Ding unentwegt Signale. Leider gab es jemanden, der besser nicht gefunden wurde. Nummer Neun war der Prototyp. Ein Fehlschlag, der fundamental in die Hose ging. Ungefähr so brutal wie Hannibal Lektor und zu allem Überfluss stand Ansu Batiste mal unter Dauerbeobachtung. Aber kurz nach Verschwinden eines Zachery Brunner ebenfalls verschollen. Und niemand wusste wie. Jetzt war er auf freien Fuß und hatte noch eine Rechnung offen.

Near war das herzlich egal. Auf dem Waschbeckenrand sitzend, einen Fuß wankend in der Luft, den Anderen auf dem Wäschekorb schnitzte er solange mit Modellierwerkzeug aus Holz niedliche Seifenstückchen.
Er sah Gevanni auch nicht an, so nackt er in soeben geöffneter Duschtür stand und hörbar die Luft anhielt.
„Jo…Wanne!“
Vom Schrecken gepackt schnappte sich Gevanni ein Handtuch und wickelte es sich um.
/Wie..? Wann kam er..?/ Die Tür war jedenfalls geschlossen. /...Wie lange sitzt er…was?/ „…Bitte was?"
Neuerdings war Near mit Vorsicht zu geniessen. Und wann immer er etwas sagte, konnte man mit den irrsinnigsten Sachen rechnen. Wie dieses Mal, als er unbemerkt ins Bad geschlichen war, locker flockig vom Beckenrand sprang, auf Gevannis nackte Füße starrte und ihm ein fertiges Seifenkunstwerk vor die Nase hielt.“
„…Back back back. Halten.“
Auch wenn es an seinen Nerven gewaltig zerrte, in seiner Brust gehörig trommelte und der Schrecken in seinen Magen rutschte, blieb Gevanni ruhig. Die Beerdigung stand noch aus. Nur durch dieses milchige Zeug das er schlucken musste, war er relativ gut gestimmt und nicht gefährlich. Jedenfalls für seine Verhältnisse und nicht minder intelligent. Vorsichtig nahm er ihm den Klumpen ab. Bedacht darauf, diese langen sensiblen Finger nicht zu berühren.
„Sind Badeenten nicht gelb?“
Diese Ente war grün und sehr Detailreich. Es gab noch eine, auf der Ablage. Die war grösser und hatte eine kleine acht auf den deutlich erkennbaren Flügeln. Während das Waschbecken unter Seifenspänen glänzte.
Aber Nears Finger hielten sich oben, bewegten sich vor seiner Nase wie Spinnenbeine und wanderten ebenso seidig nach unten.
/…Oh Gott, nicht.../
Doch.
„Du bist introvertiert, Gevanni. Das ist unnötig. Die gemeinsame Zeit mit dir beschränkt sich im wesentlichen darauf, nichts zu übersehen.“
Ein Finger landete sanft auf Gevannis Brust und fuhr in gerader Linie bis zum Handtuch, dass mal eben so knapp unter dem Bauchnabel anfing.
Er klang so neutral wie immer, aber Gevanni spannte die Muskeln an und sog Luft ein. Das war nicht nur ganz plötzlich das ‚Du‘, dass war auch recht prickelnd und diese Fingerspitze bohrte sich regelrecht zärtlich in seine Haut.
„Au!“
Near schnalzte mit der Zunge und liess ab. Es war mühsam sich dagegen zu wehren und noch unangenehmer, sich darauf einzulassen. Der ständige Wechsel aus lästigen Emotionen und gewohnt innerer Stille brachte ihn hin und wieder für einen kurzen Moment durcheinander.
„Das ist eine Prellung. Oh….Lividität. Wenn das Herz aufhört zu schlagen.“, sprach er vor sich hin als wäre alles wie immer, wandte sich um liess einen verwirrten Gevanni einfach stehen.

Ging das noch seltsamer? Verdattert sah ihm Gevanni hinterher.
Near schien sich für überhaupt nichts, ausser seinem …Kram, zu interessieren. Was es - wenn er doch ehrlich war - gar nicht wirklich schwierig machte. Er wirkte abgesehen von seinen Eigenheiten - vor allem seinen scheinbar schlechten Träumen - nicht weniger unbeteiligt wie Ryuk, der momentan so hilfreich war wie Toastbrot.
Er lehnte die Tür leise an, um zu sehen war er macht, stellte die Seifenente neben die Andere und trocknete sich ab.

Near verwandelte das Zimmer weiter in ein Spielzeugmuseum, während Ryuk ungestüm und etwas duchgeknallt durch peste, seit er ihm für jede Gegenfrage einen Apfel nach dem Anderen anbot.
Jede Frage, die Ryuk nicht Wahrheitsgemäß beantwortete, liess den Apfel erst faulen und rieselte dann wie Sand durch seine monströsen Krallen. Jetzt war er Apfeltrunken und im gesamten Haus standen gefüllte Schüsseln Äpfel herum. Der Shinigami kam nicht daran vorbei und er konnte es ihm auch einfach wieder verbieten.
„Diese Kreaturen sind ebenso klotzig, wie sie dumm sind.“ Dealen ging auch andersrum und ein Handel konnte ein Dämon nicht ausschlagen.
Gevanni musste lachen. Nears Zunge war ebenso locker, wie er hinterlistig war. Erst entzog er Ryuk wieder die Erlaubnis, sich an den Apfelbäumen zu vergreifen, und brachte ihn dann mit einem simplen Kinderspiel dazu, ihm zu verraten, dass sich ein Death Note seiner Umgebung anpassen konnte. Wenn ein Shinigami das wollte und kein Mensch die Regeln festlegte. Gewieft.
"Phhh…" /Nicht denken, nicht denken.../ Das prickelte immer noch. Und er hatte noch zu tun, bevor es zum Friedhof ging. Eine Bestattung bei Nacht und er hätte gut darauf verzichten können.
„Wir werden Beyond Birthday einen Handel vorschlagen.“
Gevanni hielt inne. Er zog sich gerade noch Schuhe an, als sich vor seinen Augen…am Boden, katzengleich stille Füße in weissen Socken zeigten.

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BeitragThema: Re: Death Note - Spiel, Satz und Kuriositäten.   Sa Jul 27, 2013 7:33 pm

Auf der Suche nach genau dem Namen, den er in seiner Unachtsamkeit getroffen hatte, saß Gevanni an einem Tisch, den Near extra in sein Arbeitszimmer bringen liess. Anleitend dazu gab es die älteren eingescannten Seiten von Near höchstpersönlich.
Während selbiger in schlabberig altbekannter Kleidung schon wieder kauend am Boden saß und zwischen seinen Würfeltürmchen Bausatz - Model - Flieger bastelte. Typhoons und Tornados.
"..Tsschuuuh…Brrrchchch…"
Gevanni konnte es nicht lassen ständig hinzusehen, den gespielten Flügen zuzusehen und liess sich davon immer wieder ablenken.
Soyle Bolten Carigan war Collonel der Royal Air Force und Pilot. Die letze Eintragung; Expedition Dragon, keine Details verfügbar. Danach war er in der Radarabteilung für Nachwuchs - Sicherheitspiloten in Pearce stationiert. Ein Stützpunkt in Australien und er kannte Near von Kindestagen an. Die Betreuer der Experimente auf den Ebenen Eins bis Neun der Forschungsanstalt waren alle Agenten des CIA. Bis auf Soyle Carigan, der sich freiwillig nach Northumberland versetzten liess. Auf Ebene Eins, für Patient 1084. Nathaniel Hagert. /Irgendwas übersehen wir doch./
„…Tsssch……Fffchchch…“
Er grübelte und grübelte, während Near die Berichte der Opfer durch Kira und den nichts ahnenden Zufalls - Zwillingen, der Opfer aus Ls Akten immer wieder von neuem durchsah und zusätzlich ältere Beurteilungen von Light Yagamis Vater Soichiro studierte.
Multitask in Perfektion. /Wahnsinn./  
„Near? Nach was genau suchen wir eigentlich?“
Ohne aufzusehen und in seinem Tun zu stoppen warf Near einen Würfel und verfehlte nur knapp Ryuk, der einmal quer durch dem Raum flog. Wäre angebracht den Shinigami wieder zur Vernunft zu bringen. Über Nacht dürfte sich das gröbste Übel gegeben haben und er beschloss das entfernen der Äpfel auf die Schlafenszeit zu verschieben. Der Nächste Würfel traf einen der Bildschirme, über die etliche Thesen sämtlicher Psychologen in Polizeiakten flimmerten.
„…Das Ein mal Eins des Utilitarismus. Die Grundform der Ethik, basierend auf dem Nützlichkeitsprinzip.“
Ein weiterer traf haarscharf Soichiro Yagamis Gesicht. Aber knapp daneben war eben auch vorbei und Near sah auf.
„…Differentielle Psychologie.“

/Aha/ Er sprach nicht gerade viel, seit die Beerdigung vorbei war und Gevanni konnte sich einfach nicht konzentrieren. Er schüttelte kaum merklich den Kopf. /Das dem nicht mal der Kopf platzt./
„Pater noster, qui es in caelis; Sancttificetur nomen tuum…“, halte es immer wieder in seinem Kopf. „…Gloria Patri, et filio et spiritui sankto...“ Das war nicht nur unheimlich, es war genauso wenig erträglich, wie absurd.
Über den Bäumen des abgeschiedenen Friedhofs einer Gemeinde, deren Einwohnerzahl gerade mal dreiunddreissig Menschen zählte, schimmerte der Vollmond fast silbrig und erhellte einen mit funkelnden Sternen bedeckten Himmel in all seiner Pracht.
/Casa de Luna, wie passend./ Die fuchsroten Dächer des Anwesens waren noch zu sehen gewesen. Eine zugegeben malerisch schöne Landschaft, aber in Gevanni rumorte es.
Die wahrscheinlich komplette Anwohnerschaft von Kleingetier und surrenden Insekten, die der Zeremonie zahlreich beigewohnt hatten schien ergriffener zu sein, als der in feinen Zwirn gekleidete Near, der keine Miene verzog.
Gebete wurden gesprochen, Särge eingelassen und ausser, dass er mal aussah wie ein normaler Mensch - abgesehen von seiner Haarpracht - blieb er so teilnahmslos wie die Grabsteine der umliegenden Gräber. Er saß auch dort auf dem Boden. Abseits und kritzelte mit einem Stecken irgendwelche Zeichen und Zahlen in den Boden. „Schreib’s auf.“ ,bat ihn Gabriel leise. „Mach schon. ..Na los.“
Diese Notiz lag unter dem Death Note und egal wie oft er drauf sah, es versuchte, es ergab so überhaupt keinen Sinn. Er fand einfach keine Struktur, kein System darin.
Laut Pandora hatten sich ganze Fachkollektive von Mathematikern mit eben diesen Zahlenreihen beschäftigt, konnten aber nie entschlüsseln was er da eigentlich rechnete.
Gevanni fiel der Kopf auf die Arme, er war geschafft. An Schlaf war kaum zu denken, Near hielt ihn mit seinem Gezappel und dauerndem gefiepse wach. Den Spieldrang auch noch im Traum auszuleben musste wirklich fies sein, aber umso lästiger war es für ihn. Etappenschlaf half nicht gerade ausgeruht und munter zu werden. Es war und blieb einfach unmöglich, diesen Kerl auch nur annähernd zu verstehen. Das war vorher schon nicht machbar und jetzt nur noch utopisch.
„Gehirne sind wirklich nützlich, Gevanni. Besonders, wenn sie funktionieren. Das ist kinderleicht, man muss es nur benutzen.“
/Was?/ Gevanni hatte kaum den Kopf gehoben, war Near aufgestanden, wickelte eine Locke um seinen Finger und hing dabei ein wenig…seltsam schräg? Diese Feststellung wäre beinahe noch lustig gewesen, hätte Near nicht plötzlich angefangen zu grinsen. Das war noch schräger und genauso schnell vorbei.
„…Du hast eine Sache im Kopf, die dir zwischen die Synapsen spuckt. Die Gedächtniskapazität des menschlichen Gehirns ist in zehn bis vierzehn synaptischen Kontakten gespeichert und wird auf bis zu fünfzehn Bits geschätzt. Je nach Individuum. Eines Tages könnte die Rechenleistung eines Supercomputer für das menschliche Gehirn zum Standard werden."
/Bitte?/ Wollte er jetzt lachen oder heulen? Wurde er gerade für dumm erklärt? Gevanni blieb stumm und Near wandte sich um. Er drehte ihm den Rücken zu und verfolgte die tonlosen Nachrichten der lokalen Sender.
„Rester, wir brauchen geologische Vermessungskarten der Umgebung im Umkreis von fünfzig Kilometer und mindestens Fünfzehn Meter Tiefe. Möglichst aus Papier, damit Gevanni Punkte verbinden kann. Dann hat er noch was zum ausmalen.“
/Glaubt man das? Der hat doch einen Sprung in der Schüssel./ Stünden da nicht mildernde Umstände im Raum und Gevannis Respekt für Near im Weg…’ Sein Kiefer begann zu zucken, seine Venen spürbar zu schwellen und er hätte sich tatsächlich nur zu gerne mit ihm angelegt.
Es wäre so leicht seinen Namen zu notieren, und dieser neunmalkluge Halunke wusste das sehr genau. Für einen kurzen Moment loderte Feuer in Gevannis Brust, er konnte jetzt und hier jeden in diesem Haus mit Leichtigkeit töten. Die Frage war; Was würde dann passieren?

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Zuletzt von Damonik am Sa Jul 27, 2013 7:39 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Damonik
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BeitragThema: Re: Death Note - Spiel, Satz und Kuriositäten.   Sa Jul 27, 2013 7:34 pm

Erst nachdem die Zeremonie beendet war und der Priester sich verabschiedet hatte, stand Near dann doch auf. Auf Resters ausdrückliche Bitte hin sollte er keine Waffe tragen, nichts bei sich haben ausser Kleidung und ihn bloss nicht aus den Augen lassen, egal was er tun würde, was ohnehin nicht möglich war. Near stand eine ganze Weile still, bevor er langsam auf die Gräber zuging, noch einmal stehen blieb, über seine Schulter sah um ihn wortlos daran zu erinnern, dass er die imaginäre Grenze nicht überschreiten sollte. Also ging er ihm nach.
/Was würdest du tun?/
Er hätte geschworen, in diesem Moment einen hellen Schimmer in Nears Augen gesehen zu haben. Schneeflöckchen. Und das stiefelte ohne jeden Scham einfach mitten durch, sprang in Mellos Grab und angelte einen Rosenkranz unter der ersten dünnen Schicht Erde mit dem dürren Ast heraus. Aber wie der dahin kam war ein Rätsel. Gabriel wurde kreidebleich und Robin schwor, nichts dergleichen in Mellos offenem Grab hinterlassen zu haben. Es durfte niemand wissen, wer da begraben lag und der Pater nannte..mal wieder…die falschen Namen der ebenso gefälschten Sterbeurkunden.
Der Kugelschreiber in Gevannis Hand klopfte taktlos zwischen zwei Fingern im Wechsel auf das Death Note und zog damit Ryuks Aufmerksamkeit, der wie eine Motte über Kopf an der Decke hängen blieb trotz Apfelsuff auf sich. Er hing seinen Gedanken nach und vergass dabei völlig, wo er eigentlich gerade war.
Es war sowieso merkwürdig. Gabriel wirkte mehr nervös als von Trauer gebeutelt und von da an setzte keiner auch nur einen Fuß vor den Anderen. Es war tatsächlich…totenstill. Und momentan war Gabriel mit Pandora damit beschäftigt, den Pfarrer auszuquetschen, das Bestattungsinstitut auseinander zu nehmen und nach Spuren zu suchen. Denn der Rosenkranz lag ursprünglich ‚im‘ Sarg.
Gevannis Augen huschten nur flüchtig über die Namen der Toten vor seiner Nase.

Während Ryuk Kreise wie ein Geier über dem Friedhof flog, zog Near aus seiner Tasche ein Gläschen. Das war stinknormales Salz aus der Küche. Davon liess er erst etwas in Mellos Grab rieseln und zog dann rund um sein Grab eine Linie.

Dong. „Blob.“

Matt war finnischer und Mello slowenischer Herkunft, wie er jetzt auch wusste. Arik sprach nicht viel, doch wenn, dann kam er anständig und freundlich rüber. Bei der Ankunft auf dem Anwesen nahm sie Rester schon in Empfang, und bei der Verabschiedung bevor er ausstieg, hatte er noch eben Arik nach seiner Meinung gefragt.

Dong. „Blob.“

„Des Zeug hält angeblich negative Geister fern. So steht’s geschrieben, aber ich würd’ mich da nicht drauf verlassen, der weiss viel. Solltest nur wissen; Lass ihn besser immer machen. Wenn du dich in den Weg stellst macht er dich unschädlich. Sei zufrieden, er hat dich schon gründlich gescannt, drum biste jetzt der Du. Kennt euch ja auch schon ‚ne Weile, und wenn du machst was dir grad einfällt, ohne nachzudenken, dann is‘ da immer Near, der is wie ‚ne Firewall, und der tut dir nix.“
/So schnell kann der Erste Eindruck täuschen./  Und so allmählich bekam dieses Flöckchen - Near - Nate - Wirrwarr zumindest einen Grundkern. So einfach…’

Dong. „Bab.“

..wurde er aus seinen Gedanken gerissen. Near bewarf ihn mit Schokolade, rechnete nebenbei die Fallgeschwindigkeit im Sauseschritt aus und imitierte treffsicher punktgenau das leise Fallgeräusch. Einer der Würfelschokis landete genau vor seiner Nase und blieb mitten auf dem Death Note liegen.
„Zerbrich dir nicht den Kopf über Dinge, die du besser nicht wissen willst.“


„Angst? Er macht das glaube ich ganz gut.“
„Ich sorge mich nicht um Gevanni.“, erwiderte Rester, der sich dieses Schauspiel nebenan ansah und eben noch die Order nach den Vermessungsunterlagen notiert hatte.  
/Er wird doch nicht vorhaben…?/ „Das wäre die Büchse der Pandora.“, nuschelte er leise und sah Robins wissende Gestik nicht.
„Hmm, richtig kluge Köpfe, die sich das Spätzchen da geangelt hat. Schon ausgeknobelt was?“
Rester antworte darauf nicht, er dachte an seine eigentliche Gehilfin samt Zitat des Kollegen, das leider gleich doppelt ins schwarze traf. Die Riskierte Katastrophe. Das war anscheinend genau das worauf es hinauslief.
Ein bisschen sorgte er sich schon, aber Robin musste das nicht wissen. Die Assistentin der Assistentin war für eine Weile seine Hilfe. Er musste im Keller noch nach einem geeigneten Lageraum suchen, den er dann in einen bewohnbaren Raum umbauen sollte.
Er wandte sich um und sah sich den Bauplan des Gebäudes an. Es musste möglichst wohnlich und gemütlich sein, durfte aber keine Möglichkeit zum Ausbruch bieten, oder die Gelegenheit an Wasser, Strom und Telefonleitung zu kommen.
„Was soll ich tun?“
„…Sie könnten mir erzählen, woher er sie kennt.“

Stille.

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Zuletzt von Damonik am Sa Jul 27, 2013 7:49 pm bearbeitet; insgesamt 3-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Death Note - Spiel, Satz und Kuriositäten.   Sa Jul 27, 2013 7:34 pm

Rester sah auf.
„Ich spreche von Mello. Soll ich präziser werden?“
Über Near wusste Robin nicht sehr viel, aber sie war Mellos Liebschaft und er hatte ihr sicher einiges anvertraut. Er wusste, es war Mello, der sich zwischen Ansu und Near gestellt hatte und Mello auch der Grund dafür, das er erst jetzt zur realen Bedrohung wurde. Er hatte barbarische Angst…vor Mello. Für einen Killer dieser Sparte nicht gerade klassisch und der Grund war immer noch ein Rätsel.
Robin war lange nicht so gesprächig wie Pandora und für Near war sie sowenig gegenwärtig wie Arik. Bei Matt erklärte sich das bereits, doch bei ihr? Wo lag das Problem?
Mit ihren kurzen struppigen Haaren und dünner Gestalt wirkte sie zerbrechlich, aber dieser Schein war trügerisch. Hinter dieser unscheinbaren Person verbarg sich ein gerissenes Miststück, was ihre verschlossene Haltung mit gespreizten Beinen und verschränkten Armen nur umso mehr ausdrückte.
„…Rester…darf ich sie Rester nennen?“
„Sicher, wenn sie sich damit besser fühlen…“
Ein gehässiges leises lachen war die Erste Reaktion, bevor sie mit gehobenen Augenbrauen und geneigtem Kopf anfing zu reden.
„Wollen sie das wirklich wissen?“
„Würde ich sonst fragen?“
Sie schlich fast, ging elegant um die Vitrine, in der Mellos geliebter Rosenkranz ziemlich verkokelt zur Aufbewahrung lag. Das Spiel hatte begonnen.
„Dann hören sie gut zu. Ich habe Mello gevögelt…was übrigens ihrem…“, und sie deutete nur halbherzig auf Near. „…Spätzchen da drin auch nicht schaden würde, wenn sie nicht wollen das er verreckt.“
Volltreffer. Rester klappte den Bauplan zu und liess sich ächzend in den Sessel fallen. Ihr fehlendes Taktgefühl war ihm in diesen Moment völlig gleich, wie sollte er nur die richtige Entscheidung treffen?
„Stellen sie sich nicht so an! Sie haben immerhin die Wahl alter Mann. Sie können warten bis er durchdreht und sein Hirn ein matschiger Klumpen Brei wird, oder sie lassen sie diese Operation durchführen.“ Unter verdecktem Gesicht auf gestützten Armen schüttelte Rester den Kopf und sie kam ein paar schritte näher. Mitleid war da falsch am Platz. „Es gibt da allerdings schon was, das ihnen Zeit verschaffen würde. Geben sie ihrem Kollegen da drin mal den Rat, sich darum zu kümmern. Viel weiss ich nicht, aber so viel, dass er für Sex keinen Sinn hat. Er würde sich vorher selbst kastrieren, bevor er es soweit kommen lässt.“
„Ich weiss.“ ,brummelte es unter verdecktem Gesicht hervor. /Und nicht nur sich./
„Sie hat sie über den Vorfall aufgeklärt was? Ist besser so, glauben sie mir da einfach.“ Die einzig wirkliche Schwachstelle bei Near war Sex und Ansu kannte diese Schwäche aus den geklauten Akten einer seiner Ärzte, dem er erst das Genick gebrochen hatte, dann ein Auge ausstach und es in seiner Sammlung im Trophäensäckchen aufbewahrte. /Und den heissen Body einer Frau kennt er nicht. Er weiss noch nicht, was gut ist./
Robin begutachtete ihre blauen Fingernägel und hatte überhaupt kein Mitleid. Mit lange reden war da auch nix und es war nunmal Mello, der diesen kranken Schweinehund verdrescht, ihm geschworen hatte, sein schlimmster Albtraum zu werden und sein Innenleben nach aussen zu stülpen, wenn er sich auch nur in Gedanken noch ein Mal an Nummer Eins vergreifen würde. Die unausgesprochene reine Klarheit und ein kleines Stück Schokolade war es, die ein unsichtbares Band zwischen Mello und Near knüpfte, das mit der Zeit immer stärker und unzerstörbar wurde. Na ja, und das Pandora Mello Zutritt ins Gebäude verschafft hatte, weil er sowieso regelmässig drumherum schlich.

Rester musste wirklich einiges schlucken, tat nur seiner Überzeugung keinerlei Abbruch und er nahm sich einfach eine kurze Auszeit. Das musste die Nächste Zeit auch ohne ihn funktionieren. Zwischenzeitlich, also wieso nicht als Generalprobe ansehen? Er bot Robin an sich zu setzen, legte den Bauplan auf den Tisch und lehnte sich zurück.
„Woher wusste er, wo er ihn findet?“
Er wusste von Pandora, L hatte Near in Mellos Jahrgang eingestuft, damit sie aufeinander prallen und sich messen würden. Von Gabriel wusste er, dass sich Mello tierisch darüber aufgeregt hatte, weil er anfangs diesen Sonderling mit Sonderbehandlung und der übertriebenen Faszination der Dozenten verabscheute. Er fand es ungerecht.
Sie blieb lieber stehen.
„..Nun ja. Beziehungen. Wammy’s können eines gar nicht ab. Wenn man ihnen ihren Platz streitig macht. Und Mello war der Beste. Er war es immer, bis ihr…Schätzelchen da…“
„Bitte, nennen sie ihn nicht so.“ Das war abwertend. Rester konnte viel vertragen, aber dieses tussihafte Getue überhaupt nicht. Eindeutig Mellos Einfluss, oder seine Vorliebe, so genau wollte er das auch nicht wissen.
Das warf den wirklich aus der Bahn und ging gar nicht, was ihr einen vernichtenden Blick entlockte.
„Ich an ihrer Stelle wäre vorsichtig, wen sie darum bitten. Schätzen sie sich verdammt noch Mal glücklich, dass sich Mello darum gekümmert hat, sonst wäre ihr…Spätzelchen… schon lange ein verdorrtes von Maden zerfressenes Stück Aas!“
Fortuna war ihm hold. Rester hatte Massel, dass das Telefon klingelte und an der Tür klopfte. Beschwichtigend hob er die Hände, hievte sich aus dem Sessel um den Anruf entgegen zu nehmen.
„Herein.“ Das war Marina, die die nächste Ration Arznei in kleinem Becherchen auf Tablett brachte. Er nickte ihr zu und deutete an, das auf seinem Tisch abzustellen. „Büro ICR, Mulder am Apparat. …Auf Flintstone ja. …Wunderbar, vielen Dank. Die ganze Etage richtig. …Etwa vierzehn Uhr, plus minus zehn Minuten. Der Weg muss frei sein, kein Personal. Auch nicht im Fahrstuhl, kann ich mich darauf verlassen?“
Marina hatte die Hände in die Hüften gestemmt und beäugelte Robins umherschleichen im Büro des Kommandanten. Solange sie ihre Finger bei sich behielt blieb sie noch geduldig, doch als sich Robin an den Jacken zu schaffen machte, mischte sie sich ein.
„So du habe Mihael …aveva Amore si? Gabriel dich hier gebracht si? Dann du seehr ricktig wissen, kleine Mann macht...krck, deine Geruch wie Stinkbombe…Bumm. Stare lontano!“
Fehlte nur noch, dass sie auf den Boden spuckte, so gehässig wie Marina wurde. Robin ging freiwillig einen Schritt zurück. Diese alte Dame mochte noch so unscheinbar wirken, sie war ebenso Autoritär und Ls Ziehmutter. Niemand hatte seine Augen überall, aber sie schon. Was auch immer in diesem Haus abging, blieb ihr nicht verborgen. Am Ende hatte sie das Letzte Wort und sie lief Gefahr Gabriel alles zu vermasseln.
„Schon gut Marina“, stoppte Rester diesen Zickenterror, den er nicht auch noch gebrauchen konnte und drehte die Lüftung hoch. „Kümmern sie sich darum.“ Skeptisch aber folgsam nahm Marina die Jacken vom Kleiderständer, um sie zu waschen. Mit Marina kam man gut aus, wenn man sich nicht mit ihr anlegte. Sie war bissig und leicht reizbar. Typisch südländischer Charme, aber vorrangig bewahrte sie vor allem Wataris und Ls Andenken. „Robin wird einen Termin mit Gouverneur Lavington vereinbaren und danach mit mir die Leitungen im Keller anzeichnen.“ Sie besaß reichlich Wissen über die Mechanik für Sanitär- Heizungs- und Klimaanlagen. „Ich bin mir sicher, alles weitere liesse sich mit Near klären.“

Die Mainford Vollzugs - Strafanstalt war in Nevada, abseits des Interstate Highway. Ein gewagter Plan und ein weiterer langer Flug, an dessen Rückflug er lieber nicht denken wollte. Leider aber musste, um die Sicherheit zu gewährleisten. Das Erste Mal durfte er als Kommandant auftreten und L vertreten. Wenn er es nicht hinbekam, den Gouverneur zu überzeugen zu schweigen, könnte das für reichlich Aufruhr sorgen. Zusätzlich war erhöhte Alarmbereitschaft angebracht, denn Ansu Batiste schien die Fährte schon aufgenommen zu haben.

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BeitragThema: Re: Death Note - Spiel, Satz und Kuriositäten.   Mo Jul 29, 2013 2:50 pm

In einem zweckentfremdeten Abstellraum, der im spiegelverkehrt angelegtem Korridor der Hauptraum der Sicherheitsanlage war, befand sich Matts kleine Spelunke. Dunkel und etwas stickig. Der Boden eine Stolperfalle. Überwuchert mit Kabeln und Steckern, die mehrere Computer surrend am laufen hielten.
Dort drin saß Arik, mit Pfeife im Mund, fröhlich summend und wartete auf Gevanni, der über Headset mit Gabriel verbunden war. Man musste schon ein wenig tricksen, um Near dazu zu kriegen, die unsichtbare Leine seines neuen Homies mal für ein paar Minuten zu verlängern. Ein Kurzschluss, der lediglich die Anzeigen im Kontrollraum ein bisschen zum flackern oder gelegentlich - wenn es sein müsste - zum Ausfall bringen konnte, löste eine Fehlermeldung aus. Ein fieser Ton.
„Isser schon unterwegs?“
„Speedy Gonzales ist ein scheiss dagegen. Mach die Tür auf, er fliegt dir entgegen.“
Das kam hin, Gevannis galoppierende Schritte die Treppe nach oben waren laut und wurden leiser beim pesen um den Treppenaufgang, worüber Gabriel leise lachen konnte.
„Eh. Ich würd’ nicht tauschen wollen, kann einem schon leid tun."
Gabriel hätte gewettet, der war fast noch froh darüber. Mit einem Fuß stand er schon an der Schwelle zur Hölle, auch wenn er noch keine Ahnung hatte, in welche Abgründe er gezogen wurde. Gevanni war den ganzen Nachmittag dabei seine Zerrissenheit, seine Unsicherheit zu verbergen.
Kouhei Norigitsu war der Name, den Gevanni in seiner Schicksalsnacht getroffen hatte. Ein saublöder minimaler Punkt, mit einem noch winzigeren Schweif, den man gerade noch so mit blossem Auge erkennen konnte. Ein zum Tode durch Hinrichtung verurteilter Mörder, von Kira am achtzehnten August zweitausenddneun auf einfachste Art und Weise getötet. Plötzliches Herzversagen. Unter dem Pseudonym Ichi - Kama vollbrachte er zwölf Morde, die man ihm nachweisen konnte. Die Mordwaffe; Tödliche Sicheln. Das Motiv; Paranoide Schizophrenie. Ein weiterer wurde ihm angelastet, konnte jedoch nicht einwandfrei nachgewiesen werden, da die Leiche nicht gefunden wurde. Norigitsu’s Pflichtverteiger, Aksel Ometaway  hielt in den Verhandlungen aufgrund mangelnder Beweise an Norigitsu’s Aussage fest und plädierte im Fall des vermissten Kouhei Norigitsu, ein einfacher Fischer aus Okinawa auf ‚Nicht schuldig‘.
So verhielt es sich im wesentlichen mit allen Zufalls - Zwillingen, die sie gefunden hatten. Von Wahnvorstellungen und diagnostizierter Geisteskrankheit, über Suizid, bis hin zum Mord.
Doch wirklich interessant war Near, der eine Statistik erstellt hatte, deren Verhältnis keinerlei Aussagekraft hatte und während einem  Dart - Spielchen mit selber Intensität Gevanni beobachtete.
„…Er stellt sich nicht so an wie Mello.“, sagte Gabriel leise und rieb sich nachdenklich die Stirn. Denn Mello hatte dafür keine Geduld und erst recht keinen Nerv. Er nahm den Selbstversuch in kauf und das Resultat war eine Spur der Verwüstung. In jeder Hinsicht.
„Ich hör’n.“, verkündete Arik, drehte sich in seinem Stuhl schon mal um, stütze sich entspannt auf den Lehnen ab und legte mit ausgestreckten Beinen einen Fuß über den anderen. „Vorsicht, Stufe.“ Die Warnung kam gerade noch rechtzeitig, bevor Gevanni in seiner Panik eine unsanfte Landung hinlegte. Er stand schwer atmend im Türrahmen, starrte mit offenem Mund Arik an, von dem er nicht wusste, dass er sich ebenfalls in diesem Haus aufhielt und liess seinen überraschten Blick durch dieses Kabuff schweifen. Arik hob den Zeigefinger, führte ihn ganz langsam neben sich und drückte einen einzigen Kopf. Augenblicklich verstummte das Signal des Fehlalarms. „N’ Kinderspiel. Komm rein, muss dir was zeigen und der lässt dich ja sonst nicht.“
Beinahe ehrfürchtig betrat Gevanni dieses regelrechte Spionage - Loch. Wie konnte ihm der nicht auffallen? Ein Metalgestell, an dem Monitore befestigt waren, mehrere Tower und allerlei Gerätschaft über die er nur staunen konnte. Ein Blick zur Decke brachte ihm aber im nu die Antwort. Keine Kameras, ergo konnte dieser Raum auf dem Richtplan des Gebäudes lediglich ein Badezimmer oder Abstellraum sein.
Er konnte Near mit Glas in der Hand sehen und wie er Rester am Revers festhielt, etwas ins Ohr flüsterte, der stumm nickte.
„..Weiss…?“
„Was denkst’n? Hat er schon lange raus. Er duldet’s, weil’s Mello so wollt’. Nur ich gehör halt nich’ zu seinen Kumpels.“
Ausser dem Arbeitszimmer hatte Arik das Aussengelände und die umliegenden Strassen auf den Monitoren. Wo zum Geier waren diese Kameras versteckt? Aber ausserdem flimmerten auf einigen Bildschirmen Zahlenreihen rauf und runter. Suchläufe und Passwortbreaker. Ein Hacker.
„Was machst du hier?“
„Mach ma’ Tür zu.“ Arik deutete zur sperrangelweit offenen Tür und wandte sich wieder um. Offene Löcher waren nicht so sein Ding, er arbeitete im Hintergrund, niemand sonst wusste von seinen Tätigkeiten und das sollte auch so bleiben. Und bevor Gevanni anfing, ihn mit langweiligen Fragen zu löchern, kam er zur Sache. „Hab’ früher mal zu ‚ner Gruppe Hackern gehört. Wir ham’ uns in’n Botnetz eingeklinkt und gesteuert. Gut ‚ne Million PC’s, alle unter uns’rer Kontrolle. Von so einer Leistung kann das Pentagon oder die Nasa nur träum‘.“
Gevanni atmete durch, schloss die Tür und schluckte seinen Ärger über diese Verarsche runter. Sein Puls war noch immer auf hundertachtzig, der Schrecken saß in seinen Knochen und irgendwo war er schon dankbar. Ein wenig Ablenkung konnte er gebrauchen. Near schwieg sich aus, der Alarm ging ihm damit logischerweise am Hintern vorbei und er hatte viel zu viel im Kopf, als das er es über sich brachte, wenigstens mal zu versuchen, eine normale Unterhaltung zu führen.
„Früher?“
„Is’ lange her und jetzt weisst auch, was Matt so gemacht hat. Was anderes; Hab’ mir mal angesehen, was er geschrieben hat.“
/Hast du?/ Gevanni kam näher und erkannte einen Stimmenmodulator. Das gleiche Model, welches die SKP benutzte und er sich noch erinnern konnte, dass dieses Teil sogar Rester beeindruckt hatte. Und der kannte eine ganze Menge Hightech, Berufsbedingt.
„Die Dinger hat Matt in der Schule programmiert.“, erklärte Arik. „Is’ praktisch gewesen, wenn er Ruvie mal aus seinem Büro locken musste.“
„..Ruvie?“ /Du lieber Himmel/ Ariks Finger huschten im Schleudergang über die Tastaur.
„Der Rektor. Auf seinem Computer hat Mello dann gefunden, wonach er gesucht hat.“
Wo er Near finden konnte, darum ging es. Gevanni wusste von Gabriel, dass Near die ersten zwei Jahre regelmässig ins Labor gebracht wurde, um sich untersuchen zu lassen. Mello war dort, kam aber nicht ins Gebäude ohne entdeckt zu werden. Also lag er auf der Lauer und bespitzelte die Leute, die dort ein und aus gingen. Im Wammy's hatte Matt dann wohl nicht mehr genügend Equipment zur Verfügung, um für Mello die Türen zu öffnen und den Alarm lahm zu legen.
„Da.“, eröffnete Arik freudig und lehnte sich sichtbar zufrieden zurück.
Auf dem Monitor erschien eine neue Zahlenreihe, die sich in gefühlter Lichtgeschwindigkeit ständig veränderte, rasend über den Bildschirm flog und anscheinend endlos weiter ging.
„Und was ist das?“
„Das is' Pi. Da gibt’s kein System, ist das pure Chaos, drum kommt da keiner mit.“
Gevanni runzelte die Stirn. /Was?/ Er schnappte sich einen Stuhl und setzte sich neben Arik. Er wusste nicht wie lange er sich das rausnehmen konnte und was Near tun würde, wenn er zu lange nicht wieder kam, doch seine Neugier packte gnadenlos zu und liess alles andere aus seinem Kopf verschwinden. Arik hatte etwas entdeckt, dass vorher nicht mal ein Haufen Mathematiker finden konnte.
„Ich wusst’ des würde dir gefallen. War’n Zufall. Mit’n paar Tricks und dem Botnetz konnte ich des in Nullkommanix brechen.“ Arik beugte sich vor und kopierte debil kopfnickend diese wirren Zahlen von Near hinein.
Mit tosendem Gepiepe verteilten sich roten Zahlen in diesem rasenden Raster und zersetzten sich in weitere Chiffren. Ein Knopfdruck und auf einem Monitor daneben setzte sich ein neuer Code zusammen.
/Das gibt’s nicht/. Verblüfft sah Gevanni das Standbild seiner Notiz auf einem weiteren Montor und wusste damit dann auch, woher Arik diese Notizen hatte. Denn auf der Beerdigung war er so gut wie aussen vor und erwies Matt würdevoll die letze Ehre.
„Wow.“, nuschelte Gevanni heisser. „Und was bedeutet es?“
„Is ganz leicht.“, grunzte Arik verzückt und Gevanni kniff die Lippen zusammen. Das klang wie ein Schwein, wortwörtlich. Doch die Zahlen von Near durch ein weiteres Programm gejagt, bekam er blitzschnell einen neuen Code. Und noch einen und noch einen. „Die Formel is’ vom Archimedes. Hat mit ‚ner ziemlich einfachen Methode Pi entdeckt.“ Nur einen weiteren Moment später blieb der Code mit einem weiteren durchdringenden piepsen stehen. „Und jetz‘ siehe und staune.“
Ein paar einfache Eingaben und Arik hatte die Übersetzung von Nears Zahlengekritzel. Das waren die Gebete, die gesprochen wurden. Lateinische Gebete und Near zerlegte diese Worte in Zahlen.
Gevanni stand der Mund offen und Arik lehnte sich zurück. Er bettete seinen Kopf auf seinen dahinter verklemmten Arme und schob die Pfeife im Mund hin und her.
„Cool ne? Er rechnet im System ohne System, des wird nie einer kapier’n.“
„…Ein System, ohne…System?“ Wie ging denn das?
Mit gespitztem Mund holte Arik tief Luft und seine Hände fielen mit leisen Platsch auf seine Schenkel.
„…Na… Pi existiert schon so lange wie des Universum. Ist angeblich mit dem Urknall entstanden. Von Gott persönlich, wenn du an den glaubst. Da steht quasi alles drin, über alles. Also alles was es gibt. Auch des, was du nichts siehst oder weisst oder…na du kapierst schon. …Der weiss quasi echt alles.“, erklärte Arik geduldig und händeweisend. Und weisst; der Weltrekord im Pi rechnen, liegt irgendwo bei der fünfbillionsten Kommastelle, und der is’ dabei noch schneller als jeder Computer, verstehst’e das?“
Blinzelnd versuchte Gevanni mit dieser Erklärung was anzufangen. „Eines Tages könnte die Rechenleistung eines Supercomputer für das menschliche Gehirn Standard…“
Gevanni hielt die Luft an, als ihm plötzlich aufging, was ihm Near da eigentlich gesagt hatte und sah ihm beim aufpieksen eines Schokowürfels mit einem Dart - Pfeil zu, bevor er in seinem Mund verschwand und er langsam anfing zu kauen. Near war am krabbeln, auf allen vieren und was das bedeutete, hatte er endlich verstanden. Er schluckte und seine Innereien zogen sich zu einem heftigen Knoten zusammen.
Gut gemeint klopfte ihm Arik auf den Rücken. „Da haste’s. Is’n mikroskopischer Supercomputer in ‚nem superschlauen Hirn. Wenn er des macht, weiss niemand, wo…also in welcher Etage..“, langte sich Arik zur Veranschaulichung mit dem Finger an den Kopf. „…oder…Universum er grad schwebt.“
„Schwebt?!“, hauchte Gevanni leise und erinnerte sich an Pandoras Beschreibung. Eine Blase, die immer weiter wächst. Wo es keine Materie gibt, nur Zahlen.
„Danke.“, polterte Gevanni los, sprang auf und stürmte wie gebissen durch die Tür.
„Is schon recht.", grinste Arik und nahm die Pfeife aus dem Mund. „Dann halt n' andermal.", nickte er ihm hinterher. Hätte ja sein können, dass es ihn interessieren würde, dass es einen Weg durch diesen Knast gab und er behilflich sein konnte. „Thö.“
Gabriel war ebenfalls aufgesprungen und nahm das Headset vom Kopf. Er rieb sich das Kinn und tigerte in kleinen Schritten auf und ab. Das wäre die Antwort auf so ziemlich alles.

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Zuletzt von Damonik am Mo Jul 29, 2013 3:10 pm bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Death Note - Spiel, Satz und Kuriositäten.   Mo Jul 29, 2013 2:50 pm

Währenddessen stütze sich Rester am Tisch in der Küche und schüttelte ungläubig den Kopf. Vor ihm ein Foto, dass Gabriel in einem Umschlag im Bestattungsinstitut zwischen den Unterlagen von Mello fand. Darauf zu sehen; Samara Hagert in trauter Zweisamkeit mit einem gewissen André Montesante. Der Sohn des noch lebenden Grossvaters von Nate River. Anbei eine Notiz. ‚Cindarellas gläserner Schuh. Tik tak tik tak‘ A.'
„Kommandant, es ist die einzige Chance die er hat. Glauben sie mir; Ich wäre sonst nicht soweit gegangen.“
Pandora kam in Erklärungsnot und so musste sie schlussendlich mit der ganzen Wahrheit rausrücken. Das war die bittere Pille der Revanche, die sie schlucken musste. Aber für Gabriel war es nicht nur die Pflicht, sondern auch die einzige Option von Near akzeptiert und von Schneeflöckchen toleriert zu werden. Bedingungslose Loyalität und die absolute Wahrheit.
Sie setzte sich, fischte den Anhänger ihrer Kette unter ihrer Bluse hervor und liess Rester das Besondere daran sehen.
„Der Stein, dass Auge dieses Delphins umschliesst einen Chip. Darauf ist das Rezept zur Herstellung des Serums gespeichert. Nears Vater war General Amalárik Jélan Montesante und ein guter Freund von Watari. Wie mein Vater. Sie trafen sich regelmässig zum Austausch ihrer Erfindungen, daher kenne ich L. Der General gab Soyle den Auftrag, dass gestohlene Material wieder zurück zu holen, aber dafür musste der General bezahlen. Das Serum ist der Schlüssel zur natürlichen Regeneration des menschlichen Gehirns.“
Rester hörte zu und liess sie seine Missachtung deutlich sehen. Er sah ihr streng in die Augen, denn wenn er als Special Agent etwas gelernt hatte, dann, dass man mit festem Willen in den Augen eines Menschen eine ganze Menge sehen kann, wenn man die Körpersprache nicht ausser acht liess. Vor allem aber, ob man die Wahrheit spricht.
Er kam nicht umhin zuzugeben, in Mello ein gewaltig falsches Bild projiziert zu haben. Denn er war es, der jegliche Information, die man über Nathaniel Hagert hätte finden können, vernichtete. Er war es, der den Sprengsatz im Labor ihres Vaters gelegt und gezündet hatte, bevor er Don Feraldo Montesante mit dem Mord am eigenen Sohn und dem angeblichen Verkauf des Geheimnisses dieses Serums an den meistbietenden erpresst hatte. Danach tötete er mit einem Death Note der Reihe nach Montesantes Leibwächter und einige Geschäftspartner, drohte ihm mit dem Tod durch Kira. Damit zerstörte er alles, dass das Geheimnis zur Herstellung der speziellen Zusammensetzung eines Serums, dass den Wachstum zerstörten Gehirngewebes mit Impulsen auf spezifische Zellen wieder wachsen lassen konnte. Alles, bis auf ihren Anhänger und das machte die Entscheidung nicht gerade leichter.
„…Gestohlen von?“
„Von Jaden River, Rose Lynns Vater. Er liess sie beschatten, um sich Gewissheit über den Verdacht einer Affäre mit Amalárik zu verschaffen. Höre sie; Rivers und Montesantes gehören zu den einflussreichsten Familien überhaupt. Wer dieses Serum besitzt, kann damit die komplette Weltbevölkerung kontrollieren. Mein Vater fand raus, wie sich dieses Material auf den menschlichen Organismus auswirkt und Qillish Wammy erstellte daraus den Prototypen des eRMT.“
Ächzend lies sich Rester auf den Stuhl sinken. Und das saß im Kopf von Ansu Batiste, ausser Kontrolle. Doch diese Geschichte verriet schon, dass es Unmengen an vorrangigen Experimenten gegeben haben musste.
„Dann ist Near der Einzige, beim dem das funktioniert hat?"
„Nate Kommandant. Er ist der lebende Beweis, dass es dem Menschen möglich ist, die Grenzen der eigenen Gedanken - und das ist einer der wenigen halbwegs zutreffenden Begriffe dafür - zu überschreiten. Er kann diese Pforten - so nannte es mein Vater - jederzeit öffnen. Wohin sie ihn führen, ist bis heute ungeklärt. Man erkennt es, wenn er beginnt in seiner eigenen Sprache zu kommunizieren. Er interagiert dazwischen, aber er sorgt auch dafür, dass niemand diese Grenzen überschreitet. Es ist reine Spekulation - doch mein Vater kam zum Schluss, dass das zu weit ging, diese Fähigkeit für Menschen einfach nicht gedacht ist und Nate niemanden diese Grenze überschreiten lässt, der…nicht soll, nicht darf oder dafür ungeeignet…“
„Ausser Mello.“, beendete Rester diesen Vortrag.
„Ja. Als L mitbekam, dass mein Vater einem unschuldigen Kind einen Fremdkörper implantiert hatte, brachte er dafür kein Verständnis auf. Er hat Quillish fast genötigt, ihm mehr über darüber zu erzählen und beobachtete von da an mit Argusaugen, was mit Nate passierte. Wie er sich entwickelte und wusste, er würde nicht alt werden können. Die Kapazität des Menschlichen Gehirns ist trotz allem begrenzt, er speichert jede Erinnerung und wenn er diese Grenze erreicht, wird er sterben. Ausser, sie lassen mich diesen Eingriff durchführen und das eRMT entfernen.
Rester sah über seine Schulter, hinter ihm stand Marina, tätschelte ihm den Rücken und hielt ihm ein kleines gerahmtes Foto hin.
„Das andere kleine Mann.“ Ein kleiner aufgeweckter Junge mit strubbeligen Haaren, der auf der Küchenbank am offnen Fenster stand und ein Eis löffelte. Und sie hielt ihm ein weiteres gerahmtes Foto vor die Nase. „Das L.“
Überrascht wandte sich Rester um, nahm ihr zögernd dieses Bild ab und sah zum Ersten Mal den wahren L. Unverkennbar, die struppigen Haare, der starre Blick. Mit angezogenen Knien und nackten Füßen auf einem Sessel, am Kuchen essen. Die Gabel zwischen zwei Fingerspitzen und so leer und nichtssagend im Ausdruck, wie Near.
„Wie einsamer Junge si?“
„Sie müssen das Gevanni zeigen, Kommandant.“, half Pandora aus. „Möglichst vor unserem Aufbruch nach Nevada. Es ist wichtig.“
Das ahnte er schon selbst, L war das Götzenbild von Beyond Birthday und er hatte Bills Faszination für diesen Mann noch gut in Erinnerung, genauso wie er dieses rollende R noch ewig hören würde. So jung.
„Bik Elk.“, deutete Marina auf einen kleinen Vers ganz unten und in feinen schmalen Linien. In einer Sprache, die Rester nicht kannte.
„Was heisst das?“
„E…lancia pedere. Gebe Weg.“
Er verstand kein Wort und Marina ging wieder an ihre Arbeit. Das Abendessen. Er wandte sich an Pandora.
„Das sind Weisheiten eines Wabashaw. Übersetzt heisst es; Sei nicht bekümmert, alles was einmal war, ist immer noch, nur in einer anderen Form. Schicksalsschläge werden auch die klügsten treffen. Der Tod trifft jeden und immer unerwartet.“
„Hat er danach gelebt?“
„Das war seine Überzeugung.“

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BeitragThema: Re: Death Note - Spiel, Satz und Kuriositäten.   Mo Jul 29, 2013 2:51 pm

Ansu Batiste bekam ein Übergangs - Motiv, auch wenn sich Gabriel noch nicht erklären konnte, was das mit diesen fürchterlichen Notizen, die er mit Blut an die Wand des Sanatoriums schrieb zu tun haben könnte. Er dachte nach, tigerte als in Resters Büro auf und ab, ging immer wieder die Fakten durch und durchkämmte die Daten der Zufalls - Zwillinge von neuem.
„Hab’ se’. Des Mädel is nicht mal weit weg. Sizilien.“, dröhnte Arik durch ein Funkgerät. „Der Typ ist tot.“
Auf Gabriels Laptop erschien eine Drei D Karte um Lago die Pergusa und der Zoom auf eine Kirche, die auch noch ausgerechnet San Giovanni hiess. Gabriel fasste sich an die Stirn und fluchte innerlich. Cosa Nostra, was sonst? Nummer Drei wurde für untauglich erklärt und dem Programm entnommen. Lidia Osman, untergebracht in einem Kloster, wo man sie leicht finden konnte. Nummer Drei entwickelte seherische Fähigkeiten, wurde aber blind, bekam Schwierigkeiten mit dem sprechen.
Und Gabriel verlor vor lauter starren glatt die Konzentration. Er erhob sich langsam aus seiner über den Tisch gebeugten Haltung und sah Gevanni beim Mikado spielen. Der saß auf dem Boden, dass Headset auf dem Tisch, mitten in Nears immer grösser werdenden Bauwerken und war gerade dabei, einen Stab herauszufischen, während Near auf allen vieren, den Po in der Luft, das Kinn zwischen seinen flachen Händen tief akribisch darauf lauerte, dass Gevanni wackelte.
„Scheiss doch die Wand an!“, raunte er los und schüttelte ungläubig den Kopf. "Ich fress 'nen Besen."
„Worauf willste wetten? Der macht das schon, seit er drin ist.“
„Schnauze!“, herrschte Gabriel ins Funkgerät. Da gab es nichts zu wetten, entweder wurde Knacki Butterweich oder Fräulein P wollte ihn tatsächlich nicht verarschen.

Nein, hatte sie nicht. Es gab diese Kehrseite der Medaille, die Gevanni lange unter Verschluss hielt und immer noch tat. Er wollte sich nur einfach die Chance nicht entgehen lassen, mit Near noch so viel Zeit wie möglich zu verbringen. Denn er hatte kapiert, was ihm bevor stand und es keine Garantie dafür gab, dass er je wieder der Alte wurde. Wenn er überhaupt wieder aufwachen würde.
Allen Gefahren zum trotz fing er an mit Near zu spielen.
„Zzzz.“, zischte Near wie der Summer in Jepardy, setzte sich auf, rutschte näher. Er war dran.
Er hatte so ruhige Hände und die hatte er immer, Gevannis dagegen waren am flattern und er schob die Finger ineinander, um es zu verstecken. Vor Near funktionierte das noch, vor Nate oder Schneeflöckchen liess sich nichts mehr verbergen.
„Nate?“, versuchte er mal vorsichtig und leise und entschied sich dann doch wieder um.
„Jojo“, war Nates spontane Antwort, was Gevanni zum lachen brachte. Sollte er Angst haben? Er hatte keine Ahnung und es war ihm in diesem Moment auch egal.
„Jojo?!“
„Gumm gumm.“
„Klingt wie Kaugummi.“
Das hielt sowieso nicht lange an. Etwa eine halbe Stunde verfiel Near in totalem Spielzwang, antwortete auf nichts mehr und tat allenfalls noch, wonach ihm der Sinn stand. Die Dosis wurde nach und nach erhöht, bis die ideale Dosis eingestellt wäre. Von da an würde Near nur noch irgendwo in seinem Kopf schlummern.
„Dumm Dumm.“
„Das hatten wir schon.“
Near grummelte hörbar, schnappte sich einen Würfel, bewarf ihn mit Schokolade und ging dann seiner Tätigkeit, das Türmchen Mikados eines ums andere den Regeln gerecht abzubauen und er war gut darin.“
War er und wen wunderte das noch? Gevanni ignorierte es, zog die Beine an, schlang die Arme darum, um seinen Kopf auf den Knien abzulegen. Er rechnete nicht damit, in dieser Runde noch mal dran zu kommen.
Und Ryuk war gar nicht da, fiel ihm dabei auf. Wo trieb sich dieses unsägliche, unfaire, hinterhältige Monster schon wieder rum?


An unbekanntem Ort zur unbekannten Zeit war das Badezimmer eines brachliegenden baufälligen Häusschens zur Dunkelkammer umfunktioniert. Meisterhaft beherrschte Hände in schwarzen Handschuhen waren dabei, Fotos zu entwickeln.
Darauf zu sehen: Gevanni und Gabon beim gemütlichen Spaziergang. Im Zimmer an der Wand sortiert neben einer grossen Landkarte, auf der vereinzelnd Strecken mit kleinen rotköpfigen Pins markiert waren, Nummer Eins. Der elfjährige Nathaniel Hagert. Rund herum, um einem noch leeren Rahmen, verziert mit vielen kleinen Plüschklammer - Tierchen. An der gegenüberliegenden Wand auf gleicher Höhe in goldenem Rahmen veredelt ein Portrait. L.
Am Tisch nebst unterschiedlichster Transkripte und einer kleinen Schüssel Weintrauben lief auf einem Laptop der Mitschnitt zur Beisetzung von Mello und Matt, pünktlich zum mitternächtlichen Glockenschlag.
Auf dem Bett eine hübsche Frau, geknebelt mit Klebeband und kaum noch bei Besinnung. Nackt, der Kopf kahl rasiert und der Körper übersaht von gestrichelten Linien. Operationswerkzeug, verschiedene Narkosemittel und eine kleine Schachtel in der geöffneten Tasche am Boden. An der Decke waren die verschiedensten Poster der Anatomie des menschlichen Körpers befestigt.
Das einzige Geräusch in dieser sengenden Hitze unter lüsterner Stille; Ein Piepsen, dass den Empfang einer eingehenden Textnachricht verkündete.

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Damonik
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BeitragThema: Re: Death Note - Spiel, Satz und Kuriositäten.   Mi Jul 31, 2013 2:52 pm

Sie fischten im trüben, hatten keine Spur und keinen Hinweis darauf, wer dieses Foto im Bestattungsinstitut hinterlassen hatte. Der Leichenbestatter hatte nichts gesehen, nichts ungewöhnliches bemerkt und Gabriel war überzeugt, Batiste war es nicht. Niemand war dort und Pandora bestätigte; Auch der Priester sagte die Wahrheit.
Sie gingen alle Möglichkeiten durch und es blieb nur noch; Die Hintergrundinfos der paar Anwohner, deren Alter bei ungefähr scheintot liegen müsste genauer unter die Lupe zu nehmen.
Daran saß Knacki, schon seit einer Weile. Schweigsam und stocksteif. Innerhalb von Sekunden zum Muster - SPKnappe mutiert, nachdem er sich eine eiskalte Abfuhr eingefahren hatte.
/Schneeflöckchen, Kumpel, so wird er nicht umsonst genannt./ Je näher man ihm kam, emotional, desto frostiger, abweisender wurde Near. Die wandelnde Arktis, und das traf jeden, der auch nur den Hauch von Zuneigung offenbarte.
Das brachte Mello schon um den Verstand. Und Mello war reines kubisches Bornitrid. Unbeugsam. Ein Titan, aus Fleisch und Blut… Eine spuckende und alles verschluckende Supernova. Aber Near war interessant, spannend. Undurchschaubar, unberechenbar…reizvoll, auf bizarre Weise erotisierend und mannigfaltig. Ein menschliches Kaleidoskop. Unbegreiflich.
Feuer und Eis, zwei substantielle Elemente, gleich stark und ebenbürtig, und Gevanni könnte brechen, eingehen wie Dörrpflaumen, wenn er noch sentimentaler werden würde.
Stehend und gebückt am Tisch gestützt auf den Händen liess Gabriel den Kopf sinken.
„Ich sag’s nur ungern; Er wird ihn fragen müssen.“ Er war sich sicher, Batiste hatte Brunner sämtliche Informationen entlockt. /Bastard./
Aber wer hatte den Kontakt zu River? Brunner? Oder Hiller? Er atmete hörbar aus. /Eins nach dem anderen./ Hiller war nicht so leicht zu durchleuchten und musste erstmal gefunden werden, ohne Aufmerksamkeit zu erregen.
„Das kommt nicht in Frage. Du wirst warten.“, antwortete Pandora trocken und überprüfte die Liste der Materialien zum Umbau des Kellers. Um das so unauffällig wie möglich zu gestalten, musste der Einkauf auf mehrere Firmen und Lieferadressen aufgeteilt werden und nur eine davon während ihrer Abwesenheit die Umgestaltung vornehmen. Ohne Verzögerung in abgesprochenem Zeitrahmen. Zuverlässig.
Genervt rollte Gabriel die Augen und ächze auf. Das war noch nicht mal die übliche Masche.
„Du hast schon mitgekriegt, worauf er es abgesehen hat, eh? Quiekediquiek… Verdammt! Er soll ihn ja nicht nach seinen Plänen fragen, aber wenigstens, was dieser Bastard ausheckt.“
Sie sah unter gesenktem Kopf auf. Autsch.
„…Und du weisst so gut wie ich, wie riskant das ist. Wir bringen Kommandant Rester und Gevanni nicht in Gefahr.“
Gabriel richtete sich auf und schnaubte verächtlich. Sein Kiefer war am malen, seine Muskeln zuckten willkürlich. Als ob die eine Ahnung davon hätten.
Flöckchen war fähig, dass konnte sich gegen Batiste behaupten, aber Beyond Birthday war der Inbegriff des Inkubus, auf zwei Beinen. Ein ganz anderes Format.
„Erde tu dich auf.“, murmelte Gabriel als Antwort auf ihr Schweigen. Er sah zur Decke. Diese fensterlosen Räume drückten noch zusätzlich auf sein Gemüt und Mellos heiliger Rosenkranz - was davon noch übrig war, schrie ihn regelrecht an. /Memme oder was? Reiss dich gefälligst zusammen!/ Ja, so war Mello, der Steinbeisser. Aber er war nicht so hart im nehmen… in Gedanken am grinsen, über diese eindeutig zweideutige Feststellung. Nicht so geradlinig zielorientiert wie Mello, der alles ertragen konnte, wenn er musste.
Mit verzogenem Gesicht ersparte er sich freiwillig, über die bestialischen Morde nachzudenken und die Transkripte der sage und schreibe vierundzwanzig Therapeuten, von welchen noch fünfzehn am leben waren wiederholt durchzugehen. Dreimal wurde Birthday schon verlegt, weil er die Wärter in Angst und Schrecken versetzte. Nur wenige trauten sich noch in den Gang, in dem die spärliche Zelle von Birthday grundsätzlich am äussersten Ende lag. Er brachte es noch irgendwie fertig, die Häftlingsinsassen, die auf der selben Ebene, im selben Gang hinter Gitter saßen noch irrer werden zu lassen, als sie ohnehin schon allesamt waren. Zwei schluckten ihre Zunge, einer rannte mit voller Wucht mit dem Kopf gegen die Wand, bis die Schädeldecke brach, aber diese Vorfälle konnten ihm nicht angelastet, nicht nachgewiesen werden, er saß selbst in einer geschlossenen Zelle. Ohne Freigang. Wie lange hatte der wohl schon kein Tageslicht mehr gesehen?
Ein müder Funke lauwarmer Hoffnung breitete sich in Gabriels Brust aus, dass Beyond Birtday vielleicht unter dem Genuss niederschmetternder Einsamkeit, trostlosen kahlen Betonwänden und Stahlgitter auf Dauer gelitten hatte. Zweifelhaft.
Das schlimme daran; Dass er L wie aus dem Gesicht geschnitten glich und der Grund dafür ein ewiges Rätsel bleiben würde. Der Respekt vor L, der niemals etwas ohne guten Grund entschied, alle Register gezogen hatte, um Beyond Birthday vor der Todesspritze zu bewahren war so gross, dass es selbst Gabriel Überwindung kostete, diesen lebenden Horror nicht erschiessen zu wollen. Grimmig sah er Pandora an.
„Hat er dir je was darüber erzählt?"
„Nein. Darüber weiss ich wirklich nichts genaues. Nur, dass er der Meinung war, Nate könnte es sehen.“
/Ich dreh gleich durch./ „Was sehen?“, presste Gabriel hervor. „Verdammt noch Mal; Was zum Teufel soll er sehen?“
Die Tatsache, dass Schneeflöckchen sprichwörtlich Apokalyptische Reiter heraufbeschwor, trotz seiner momentanen Lage, brachte selbst Gabriels Nerven beinahe zum bersten. /Mihael./ Und dieses hauchfeine Fünkchen Hoffnung wollte sich durch wehklagende Stürme und bitteren Regengüssen in seinem Inneren einfach nicht entzünden.
„..Du weisst was passiert, wenn ich es versuche?!“ Der Versuch allein war schon zum scheitern verurteilt. Nears Gedanken waren zu schnell, es wäre nicht mehr als die Abfolge eines Blitzsturm - durchzogenen Blizzards und er würde sich nur bestätigt sehen. Sie sah auf, in Gabriels lodernde Augen. Da war er, der unwiderstehlich stattliche Charme der Gebrüder Keehl. /Nicht jetzt und nicht hier./
Er schlug die Fäuste auf den Tisch und rang nach Fassung, um sie nicht sofort flachzulegen. Ja, sie war ein scheiss verdammtes Risiko. Wenn sie das tun würde, wäre das ihr Todesurteil, und sie war die einzige noch lebende Person, die diesen verfickten Eingriff machen konnte.
Gabriel schloss die Augen und unterdrückte seine Wut. Es gelang nur Mello und er nahm dieses Geheimnis mit ins Grab.
„Ich muss wissen, was er weiss. Wenn ich ihn selbst frage…“ /Kann ich mir auch gleich die Kugel geben./ Er musste warten, bis er von selbst danach gefragt wurde. Wenn er seine Pflicht gegenüber Mello nicht halten würde, wäre das für Near unverzeihlich. Respektlos. Indiskutabel und verächtlich.
Sie schluckte und bemühte sich auf seine anzüglichen Gedanken, die nur seine tiefe Trauer überdeckten nicht einzugehen. Was mehr schlecht als recht gelang, einem Keehl entging derartiges sowieso nicht.
„Ich habe dich schon verstanden. Gabriel, er wehrt sich dagegen, du hast es gesehen. Wenn du jetzt damit rausrückst, wird er sich endgültig weigern. Gib ihm mehr Zeit.“

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BeitragThema: Re: Death Note - Spiel, Satz und Kuriositäten.   Mi Jul 31, 2013 2:52 pm

„Th…Zeit.“, murmelte Gabriel. „So wie er hier?“
Er drehte den Laptop, um ihr klar zu machen, dass die Zeit rannte. Ansu war schnell. Etwas zu schnell, um innerhalb von Tagen mehrere Morde zur selben Zeit an unterschiedlichen Orten zu begehen.
Nummer Fünf, Patrick Vandaalen, oder kurz; Stone, wurde für untauglich erklärt und dem Programm ausgeschlossen. Ein Medium, dass jedoch nur im Schlaf seine Fähigkeit nutzen konnte, unter Fresssucht und Sexzwang litt. Stone war in Seattle untergebracht und im abgesperrten Park des Blackwell’s Island tot aufgefunden. Blutleer, der Kopf kahl rasiert. Der Schädel offen und die Augen entfernt. Keine Abdrücke, nur nachweislich der Gebrauch eines Skalpells, ansonsten keinerlei Spuren oder Hinweise. Die forensischen Untersuchungen waren noch nicht abgeschlossen, und die Polizei stand vor einem Rätsel.
„Fällt dir da vielleicht ganz zufällig was auf, eh? Die Liste der Vermissten ist endlos.“
So wie sieben weitere Morde, deren Opfer keine Verbrecher waren, auf die selbe Art vollbracht und auf kosten Light Yagamis. Einer genau im Zeitrahmen zwischen der Gegenüberstellung mit Kira und der öffentlich bekanntgegebenen Meldung der Todesopfer. Diese Namen fanden sich auch nicht im Death Note, trotz der offiziellen Ergebnisse. Tod durch Herzversagen.
„Wie kann überhaupt ein Mord, der nichts mit Kira zu tun hat in dieser Scheiss Liste stehen?“
Entweder war es ein saublöder Fehler, oder dieser Drecksack begann sein Spiel mit dem Countdown von Light Yagamis letzen Atemzügen. Das war völlig egal, doch Batiste war ein Aussenseiter, schon früher, bevor er in dieses beknackte Programm aufgenommen wurde und ein widerwärtiger, menschenverachtender Freak.
„Welch glücklicher Zufall, dass die Zeitspanne zwischen diesen Morden nicht in den Zeitrahmen der Entfernung zwischen Japan und Europa passt, Baby, aber noch einer mehr, im selben Muster - /wäre noch zu prüfen, wie viele Leichen vermisster Personen mit den Selben Verstümmelungen gefunden wurden und ich verwette meinen Arsch drauf!/ - und das FBI hat genügend Gründe nach einem Serienmörder zu fanden. ...Samara…Er weiss wo wir sind.“
„Und das würde die Aufmerksamkeit des CIA erregen.“, entgegnete sie leise. Momentan hielten die ihre Füße noch relativ still und tappten im dunkeln. Zu viel Bewegung über Computer würde auffallen, Arik konnte nicht auf Satelliten zugreifen, ohne das es gemeldet werden würde. Wenigstens leistete Kami saubere Arbeit, N wurde mit Gevanni und Kommandant durch ein Bittgesuch von Ori und Roger Ruvie anonym beerdigt.
Trotz allem sah es danach aus, dass sich Ansu Batiste dem Einfluss der Rivers bemächtigte und Verbündete, oder eher Untertanen hatte, was erklären würde, dass er so schnell reagieren konnte.
Sie schloss die Augen. Da war ein Muster und wenn sich das bestätigte, dann war Near geradewegs dabei, wortwörtlich Pandoras Box zu öffnen.
„Schnaggels? Er hat vor, dass Death Note unter der Erde, in fünfzehn Metern Tiefe zu verstecken, und es nicht mitzunehmen. Aber nicht, um es in Sicherheit zu wahren.“, erklärte Gabriel finster und leise. „Er trommelt, eh? Das wird ein hübsches kleines Inferno…im Vorhof zum Hades.“
Sie nickte, obwohl sie dabei waren die Regeln neu zu definieren. L hatte es immer vermutet, formlos und beiläufig in den Raum geschmissen, aber sein Interesse für das Projekt an sich, geschweige denn für Ansu fand sich nie. Er wurde oft belächelt und nicht ernst genommen, für sein Einfühlungsvermögen, seine Weitsicht, die den Meisten Menschen unbegreiflich war.
„Zug um Zug.“, wisperte sie und öffnete die Augen. Near war geduldig, sehr geduldig, wenn er seine Vorhaben mit einer unsichtbaren Feile in Perfektion brachte. Und er wusste es so zu tun, dass es keinem auffiel.
„Mmhm. Er richtet den Teufel gegen Luzifer, Baby.“ Da war nur noch die Frage; Ob er dagegen auch gewappnet wäre. Ob sich Birthday und Batiste verbünden könnten, oder sich jagen würden bis zum Sanktnimmerleinstag. Was wusste Near, was sie nicht wussten? „Und es wird ein Ablenkungsmanöver, auf Zeit.“
Sollte er ausfallen und trotzdem zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Denn sobald Near…tot wäre, müsste sich Batiste einem weiteren Gegner stellen. Eine hinterlistig unüberwindbare Barriere, nur leider auf kosten aller. Der Einsatz waren Menschenleben, und genau das war weder typisch Near, noch passte es in Schneeflöckchens Paradigma.
Was für ein abgefucktes Spiel war das?
„Ich werde mit André sprechen, ohne Garantie, verstanden? Aber Gevanni hält ihn davon ab, du hast es gesehen.“
Gabriel schüttelte den Kopf und ging ein paar langsame Schritte auf sie zu. Das mochte so sein, Eisbärchen wusste aber trotzdem nicht, warum er das wollte und genau dafür war es unumgänglich. Um Mellos letzten Willen zu erfüllen, musste Near sterben. Und Knacki aktiver werden, ein bisschen…anders, denn bevor er in dieses Notizbuch auch nur einen Buchstaben kritzeln könnte, würde die Hölle gefrieren. Er musste grinsen.
„Gabriel! Wag dich nicht!“
Er hob beschwichtigend die Hände und gluckerte los. Das war ein ordentlicher Dämpfer, den Robin für ihre grosse Klappe und ihrem etwas zu grosszügigen Vorschlag einstecken durfte, er wollte gar nicht erst in diese Verlegenheit kommen. Allerdings war ja noch nicht raus, was Schneeflöckchen so im Köpfchen hatte, denn das liess sogar mit sich spielen.
„Oh, du hast also schon ein kuschliges Bett im Sankt Jesus gebucht, eh? Toll, das wird er brauchen.“ Ob Knacki in den Hinterhalt des Shinigamis rannte, oder den Eispickel von Flöckchen zu spüren bekam? „Der Eispickel ist schlimmer. Viel schlimmer, das weisst du.“
„Argh!“, polterte Pandora los, ballte die Faust und wedelte schwungvoll das Klemmbrett in ihrer Hand. „Das geht mir auf den Wecker! Es ist mir nicht erlaubt, ok? Er hat es mir untersagt.“
/Holla./ Ihr Gesicht lief knallrot an und ihre Haltung war fast witzig anzusehen. Robin hatte nunmal recht. Und Fräulein P tat sich schwer zu akzeptieren, dass er vielleicht doch schwul sein könnte und sie ihm durch den Eingriff auch noch den heimlichen Wunsch des Commanders zerstören würde. Ls Entschluss und wahrscheinlich auch der heimliche Wunsch; Eine Familie für Nathaniel.
„Gnhnn, wir könnten ein bisschen Stress abbauen. Damit ich nicht zu viel plappere.“
In trägen schlendernden Schritten kam er immer näher und ihre Augen wurden immer grösser. /Mist!/ Eine Drohung und Gabriel gab keine leeren Versprechungen.
„Stop. Gabriel…nicht hier.“
„Warum nicht?“ Entweder das, oder er schlug Resters Büro kurz und klein. „Angst?“
Dummerweise war das auch noch der Beste Ort dafür. Von diesem Raum aus war alles zu sehnen. Damit brach sie nur wirklich alle Regeln der Kunst, was sich, als sich ein fremder Finger in ihrer Bluse verfing, sie zärtlich näher zog und eine andere Hand ihr den lästigen Papierkram aus der Hand nahm, verflüchtigte.
Verruchtes Testosteron. Die grauenvolle Aura der Gebrüder Keehl, die funken sprühend pure Verlockung war.
„Du bist unmöglich.“
/Und Pervers. Wen stört’s?/ „Bin ich das? ..Ich nehm’s als Kompliment.“, raunte er ihr ins Ohr und gab ihr keine Chance, es sich anders zu überlegen. Mello war nicht hier und er hätte jetzt gewusst, was zu tun wäre. Schmerzlich legte Gabriel diesen Verlust in einen wohltuenden, kopfentlastendem Quicki.

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